Nachbarschaft

Veröffentlicht am 07.03.2025 von Cay Dobberke

Das Wichtigste im Leben sei, „Freunde zu haben, die einen so annehmen, wie man ist“, sagt eine junge Eule als Hauptfigur des neuen Kinderbuchs „Pelle, der Träumer“ von Helga Vogt. Mit dieser weisen Erkenntnis endet die Geschichte. Sie beginnt damit, dass das Eulenkind nicht aus dem Ei schlüpfen möchte und die Eltern es im Nest mit ihren Schnäbeln aufpellen müssen.

Der von seinen Geschwistern gehänselte „komische Vogel“ schläft nachts, mag keine Mäuse als Nahrung, ist schwächlich und kann deshalb zunächst nicht fliegen. So wird Pelle beinahe von einem Fuchs gefressen.

Das Blatt wendet sich, als er davontrippelt, im Wald das Leben einer Maus rettet und von ihr auf einen Bauernhof mitgenommen wird. Dort päppeln ihn eine Mäuse-Gemeinschaft und die Bauerntochter auf. Zu guter Letzt fliegt Pelle zu seiner Eulenmutter und erzählt von seinen Abenteuern.

Mit dem Schreiben des Buchs hatte Helga Vogt bereits in den 1980-er Jahren begonnen. Doch ihr Exposé wurde beispielsweise von einem Radio-Kulturprogramm abgelehnt. Es sei „zu absurd“ für eine Vertonung und enthalte „keinen tieferen Sinn“. Nach dem Lesen der schönen Erzählung mit tollen Zeichnungen von Marcel Keller kann man dem widersprechen.

Erst als Rentnerin hatte die 69-Jährige die Zeit, weiterzumachen, und fand einen Verlag. Am 30. März stellt sie ihr Werk bei der Leipziger Buchmesse vor.

In Köln war sie als Tochter eines Mundartdichters aufgewachsen. Vogt studierte Biologie, Physik und Chemie als Lehramt. Zehn Jahre lang unterrichtete sie an einer Gesamtschule in Neukölln. Dann ließ sie sich zur Atemtherapeutin ausbilden und eröffnete eine Praxis in Kreuzberg. In Schottland arbeitete sie für eine Hilfsorganisation. Heute wohnt Vogt in Westend und freut sich über „den ruhigen Kiez und die nette Hausgemeinschaft“.

In ihrer Wohnung stapeln sich Karten, Kalender und eine Hampelpuppe im Eulen-Design. All dies sind Geschenke aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis, der sie schon ermuntert, ein zweites Kinderbuch zu schreiben.

  • Helga Vogt: „Pelle, der Träumer – Eine Eulengeschichte für kleine und große Leute“. Böhland & Schremmer Verlag Berlin. 52 Seiten, mit Zeichnungen von Marcel Keller. Preis: 24 Euro, ISBN 978-3-943622-72-0.
  • Fotos: Cay Dobberke, promo