Nachbarschaft
Veröffentlicht am 31.10.2025 von Cay Dobberke
Er blicke „auf die Noir-Seite des Lebens“ und siedele seine gesellschaftskritischen Geschichten oft in urbanen Schattenwelten an, sagt der in Westend lebende Autor Sebastian Garthoff. Das Spektrum reiche von der „trostlosen Provinz“ bis zu „klaustrophobischen Großstadtbüros“.
Sein neues Buch „Schattenmann“ handelt von einem Angestellten einer Berliner Unternehmensberatung, der um seinen Job fürchtet und unter Burnout-Symptomen leidet. Der Roman thematisiere „Arbeitssucht, Entfremdung und die Abgründe der modernen Leistungsgesellschaft“, sagt Garthoff. Er lässt die Novelle mit einem überraschenden Mord enden.
Blutig ging es schon 2024 in seiner Erzählung „Exit Budapest“ über den Niedergang einer ungarischen Zeitung zu. Anfang 2025 folgte die Horrorkomödie „Tote wird man nicht los“. Der Autor nutzt Self-Publishing; seine Bücher bewirbt er über die Webseite sebastiangarthoff.de und auf Instagram. Ein paar „Schattenmann“-Exemplare gibt es auch in der Buchhandlung Divan an der Reichsstraße 104.
Garthoff stammt aus Thüringen, studierte ost- und mitteleuropäische Geschichte und wurde Journalist. Ein Praktikum bei einer Zeitung in Budapest inspirierte ihn zum ersten Roman. Nach einer Tätigkeit als Lokalreporter in Thüringen zog er vor rund zwölf Jahren wegen seiner Ehefrau nach Berlin. Hautberuflich arbeitet er als Leitender Redakteur bei einem Start-Up, das Medienberichte auswertet und vor allem für schulische Zwecke aufbereitet.
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