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von Nele Jensch

Veröffentlicht am 14.11.2019

Entweder hat die Deutsche Wohnen tatsächlich ihr Herz für „lebendige Kieze“ entdeckt, wie sie auf Twitter schreibt, oder sie hat einfach genug von schlechter Presse – zumindest versichert das Wohnungsunternehmen, dass das Moviemento erhalten bleibt. Wie letzte Woche berichtet, erfuhren die Betreiber*innen des ältesten Kinos Deutschlands im Oktober, dass die Räume, in denen sich das Kino seit 1907 befindet, verkauft werden sollen; Besitzerin der Räumlichkeiten ist die Delta Vivum 1 GmbH, die zum Deutsche-Wohnen-Imperium gehört. Das Moviemento startete vergangene Woche eine Crowdfunding-Kampagne, um den Kaufpreis in Höhe von zwei Millionen Euro zu erwirtschaften.

Keine Details bekannt. Ob dieser tatsächlich in voller Höhe gezahlt werden muss, ist offen: „Die Deutsche Wohnen wird dafür Sorge tragen, dass das Movimento erhalten bleibt – auf welchem Wege, wird sich zeigen“, teilt Deutsche-Wohnen-Pressesprecher Marko Rosteck auf Nachfrage mit. Mit den Betreiber*innen stehe man bereits in Kontakt. Das bestätigt Moviemento-Geschäftsführer Wulf Sörgel: Man habe einen Termin ausgemacht. Allerdings bleibt die Deutsche Wohnen nicht nur der Presse gegenüber sehr zurückhaltend bezüglich möglicher Details: „Der Pressesprecher der Deutschen Wohnen hat sich inzwischen verschiedentlich so geäußert, dass das Kino erhalten bleibt“, so Sörgel. Was das Wohnungsunternehmen damit meine, also ob es offen für Ideen ist, die ein nachhaltiges Überleben des Moviementos sichern würden, weiß auch Sörgel nicht.

Nele Jensch ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Offiziell wohnt sie zwar auf der Neuköllner Seite des Landwehrkanals, aber gefühlt ist die ja schon lange in Kreuzberg eingemeindet. Über Post freut sie sich auch unter nele.jensch@extern.tagesspiegel.de.

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