Intro

von Corinna von Bodisco

Veröffentlicht am 05.08.2021

kennen Sie den Song „Hiroshima“ der britischen Popgruppe Wishful Thinking? Es geht darin um den US-Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945. Am morgigen Freitag jährt sich das Kriegsverbrechen, bei dem gezielt Zivilist*innen getötet wurden, zum 76. Mal. Drei Tage später, am 9. August 1945, wurde eine weitere US-Atombombe auf die etwa 450 Kilometer entfernte Stadt Nagasaki abgeworfen. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Menschen getötet, bis heute leiden Menschen unter den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung.

Gedenkveranstaltung im Volkspark Friedrichshain. In Friedrichshain-Kreuzberg lädt das „Bündnis 6. August“, bestehend aus Bezirksamt, dem Deutschen Friedensrat e.V., der Friedensglockengesellschaft Berlin e.V., IPPNW e.V. und dem Internationalen Peace Büro, zur gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Diese findet am 6. August, um 16 Uhr an der Weltfriedensglocke Berlin am Großen Teich im Volkspark Friedrichshain statt. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) und die stellvertretende BVV-Vorsteherin Regine Sommerwetter (Linke) werden dabei sein.

Das anfangs erwähnte Lied (hier können Sie es hören) ruft dazu auf, das Kriegsverbrechen weltweit in Erinnerung zu behalten. Es ist ein regelrechter Ohrwurm, denn selbst wenn kein Ton mehr erklingt, hallen Melodie und Text im Kopf nach.

Auf den Song „Hiroshima“ bin ich aufmerksam geworden, als ich das Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig las. In der DDR sei ein Song unter Kindern und Jugendlichen „ungeheuer aufgewertet“ gewesen, „wenn es hieß, daß er verboten war“ – und „Hiroshima war verboten“. Natürlich will man wissen, was damals verboten war, deswegen hörte ich alle im Buch aufgelisteten Lieder der Reihe nach an.

  • Eine aktuelle, menschengemachte Katastrophe ist der Klimawandel. So könnte er Berlin verändern: Ein Sommertag im Juli 2065. Das Thermometer zeigt 41 Grad, seit Tagen ist es auch nachts nicht unter 25 Grad abgesunken. Tropische Nächte. Für die nächste Woche sind starke Regenfälle angesagt, es bleibt schwül in der Stadt. Der Senat hat Kühlräume geöffnet für Alte und Kranke, die keine Klimaanlage zu Hause haben. Forscher*innen haben Szenarien für die Klima-Entwicklung in Berlin errechnet, der Tagesspiegel hat sie ausgewertet. Mehr lesen Sie im Text von Kollege Julius Betschka auf T-Plus, unserem Tagesspiegel-Digital-Abo.
  • Hörtipp: Das Artensterben ist so bedrohlich wie die Klimakrise, nur sprechen wir viel weniger darüber. „Das ist wie mehrfaches Organversagen“, sagt Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht. Im Klimapodcast Gradmesser erklärt er, warum es ohne Mücken keinen Kakao mehr geben wird, und warum Füchse und andere Wildtiere in Berlin uns eher von einem Massenaussterben ablenken. Der frühere Leiter der Forschungsabteilung des Berliner Naturkundemuseums weiß aber auch, was trotzdem jede*r einzelne für den Artenschutz tun kann – auch in einer Großstadt wie Berlin. Zum Gradmesser geht es hier entlang.
  • Corinna von Bodisco ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Ihr Top-Tipp, um morgens schneller wach zu werden: Den Kreuzberg zwei Mal rauf und runter rennen, noch bevor das Denkmal aufgeschlossen wird. Wünsche, Ideen und Kritik gern per Mail oder Twitter.

 

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