Kiezkamera

Veröffentlicht am 22.08.2019 von Corinna von Bodisco

SOS, die Bäume vertrocknen! Seit der Initiative „SOS Landwehrkanal“ am 10. August ein Standrohr vom Bezirk zur Vefügung gestellt wurde, ist jeden Abend Gießaktion. „Letzte Woche habe ich 27 Stunden Bäume gegossen“, erzählt Hendrikje Ehlers, Initiatorin der Initiative. Die Äste hängen, die Blätter trocknen (sieht so aus) an der Admiralsbrücke, am Planufer bis zur Baerwaldbrücke vor sich hin. Trotz des Rohres meint die Baumliebhaberin:

„Wir fühlen uns vom Bezirk und Senat im Stich gelassen“. Das Straßen- und Grünflächenamt gebe viel zu wenig Geld für die Bewässerung aus und setze sich zu wenig ein. „Wir sind dankbar über den Einsatz der Initiative“, aber dem Bezirk stünden zu wenig Mittel zur Verfügung, sagt die Bezirkssprecherin. Insgesamt wird pro Baum 30 Euro im Jahr ausgegeben. Benötigt würde das Doppelte. Ebenso hakt es an den Kapazitäten des Gründflächenamtes, das Engagement von Aktiven zu unterstützen, auf das der Bezirk gleichzeitig angewiesen ist. Zwickmühle?

Es bräuchte ein Plan über alle Bäume und Hydranten im Bezirk – am besten in Form einer App, meint Ehlers. Dann könnten Notsituationen (trockene Bäume, defekte Straßenbrunnen) gemeldet werden und gleichzeitig, wo schon gegossen wurde. Zumindest wird im heutigen Umweltausschuss ein von der SPD eingebrachter Antrag besprochen, die Nachbarschaft „unbürokratisch zu unterstützen und sonstige Hilfsangebote zu koordinieren“. Tipp: Belohnungen wie eine Freikarte für die Bäderbetriebe wären bestimmt ein Gießanreiz.

Foto: Sven Hobbiesiefken

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