Kiezkamera

Veröffentlicht am 10.09.2020 von Corinna von Bodisco

VW als Bühne: Vom Pickup zur Pop-Up-Stage. An dieser Idee bastelt und schraubt der Friedrichshainer Musiker Felix Franke, denn Corona habe ihn und seine Kollegen „ziemlich heftig erwischt“. Seit März sind alle Auftritte weggefallen. Da hilft es auch nicht, dass es die Coverband Birddogs schon 15 Jahre gibt. Eine Künstler*innenagentur mit einem Pool von Live-Bands und DJs hat Franke auch schon geführt. Doch perspektivisch müsse vielleicht ein neuer Job oder eine Alternative her.

Die Idee der mobilen Bühne kam eigentlich von der Polizei. Da alle Aufträge weggebrochen sind, spielte Frankes Band im Frühjahr an manchen Samstagen Balkonkonzerte in Friedrichshain. Die seien auch sehr beliebt gewesen, nur versammelten sich zu viele Menschen. Zwei Polizisten wiesen die Musiker*innen darauf hin, dass sie das unterlassen sollen. „Sie haben uns von Musikern aus Lichtenberg erzählt, die mit einer geliehenen Pritsche durch die Gegend fahren würden. Wir sollten uns doch so etwas überlegen“, erinnert sich Franke. Das brachte für Franke den Stein mit der mobilen Bühne ins Rollen.

Klipp klapp. Den VW-Bulli T2, bekannt als Flower-Power-Fahrzeug, besorgte sich Franke in Bayern. Zusammen mit Hildebrandt Veranstaltungstechnik wurde der Pickup in einer Reinickendorfer Garage umgebaut. Das Besondere ist die Klappfunktion: Die sechs Quadratmeter Grundfläche des Pickups kann vergrößert werden, indem die Bühne ausgeklappt wird (sieht so aus: Foto via Twitter). Technisch braucht das Team dann nur noch Strom, die Effektgeräte sind bereits voreingestellt.

„Wir können sofort losspielen“, sagt Franke. Das erste Konzert fand bereits statt – in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Jetzt hoffen die Musiker auf einen goldenen Herbst und weitere Gelegenheiten, die Bühne auszuklappen. „Vielleicht machen wir noch eine Tour durch die Bezirke“, sagt Franke. Aber das sei erst mal eine lose Idee und hängt von Genehmigungen ab. Vergangenen Mittwoch fuhr der Stagebulli auch bei der Demo mit, bei der Künstler*innen auf ihre Krise aufmerksam machten.

Auf dem Foto von Daniel Bergmann sind Pablo Turati, Peter Hemsing, Felix Franke, Paul Keeves, Robinson Sartorius und Alex Höffken (von links nach rechts) zu sehen.

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