Namen & Neues

Neuer Wolkenkratzer an der Warschauer Brücke

Veröffentlicht am 17.05.2018 von Corinna von Bodisco

Schon Ende 2021 soll das 135 Meter hohe und 400-Millionen-Euro teure Bürohochhaus „East Side Tower“ (ETP) stehen – samt öffentlicher Dachterrasse und Cafés. Genauer Standpunkt Richtung Mercedes-Benz-Arena wird die Tamara-Danz-Straße. Vorgestellt wurde der Bauentwurf vergangenen Montag im Baukollegium des Senats. Nicolas Šustr war dabei und es zeigte sich: Glas spielt im Entwurf der dänischen Architekt*innen-Gruppe eine große Rolle. Träger des Projekts ist eine luxemburgische Firma, die durch die Berliner OVG Real Estate GmbH vertreten wird. „Der Standort dürfte den Turm außerdem als Kamerabasis zur Überwachung des dunkelbunten Treibens um den Bahnhof Warschauer Straße empfehlen“, so Stefan Jacobs am Dienstag im Checkpoint.

Hohe kratzende Türme haben in Berlin Hochkonjunktur. Schon Ende Dezember wurde grünes Licht für den noch höheren (175 Meter) Estrel-Tower in Neukölln gegeben. Obwohl das Baukollegium sich für den Entwurf aussprach, gab es durchaus Bemerkungen, ob der ETP denn zu Friedrichshain passe (siehe Šustr im Neuen Deutschland). So zum Beispiel Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (parteilos, für Linke): Der Foyerbereich müsse „100 Prozent Friedrichshain“ sein. Fragt sich bloß, wie so ein hochprozentiges F’hain-Foyer aussehen soll? In den Obergeschossen wird gearbeitet, im Foyer chillen die Bürger*innen zu 100 Prozent? Auch Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) äußerte sich auf Twitter kritisch zum Kratzerprojekt: „Weiß nicht, ob ich das haben will…“.