Namen & Neues

Mal eben in der zweiten Reihe parken ist gefährlich

Veröffentlicht am 31.05.2018 von Corinna von Bodisco

Deswegen engagiert sich das Netzwerk Fahrradfreundliches Xhain bis zum 03.06. bei der Falschparkerwoche. Die von „Clevere Städte“ und dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland organisierte Aktion findet erstmals bundesweit statt. Einzelaktionen (sympathische Fake-Knöllchen, Spaziergänge etc.) sollen vor allem auf das Problem aufmerksam machen. Betroffen ist auch der Lieferverkehr, der wegen der Falschparker*innen (in der zweiten Reihe) auf der Straße parken muss.

So verteilten Aktive Xhainer Schilder auf der Oranienstraße, die Einzelhändler*innen in ihre Fenster klebten, um auf das Problem vor ihrer Tür aufmerksam zu machen. „Das Bezirksamt bekommt das Problem nicht in den Griff, die Knöllchen-Bußgelder sind zu niedrig“, sagt Dirk von Schneidemesser vom Netzwerk. Weiterhin komme das Ordnungsamt mit dem Abschleppen nicht hinterher. Das bestätigt eine Telefonstichprobe der Initiative: Von 50 Anrufen über einen Zeitraum von vier Monaten konnten nur 13 (!) entgegengenommen werden. Hatte man eine*n Mitarbeiter*in aber an der Strippe, um Falschparken zu melden, hieß es, dass für den Einsatz das Personal fehle. Aus den Antworten auf eine schriftlichen Anfrage der Partei die Linke an das Abgeordnetenhaus geht allerdings hervor: Im Bezirksvergleich schleppte das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzbergam 2017 am Zweithäufigsten Falschparker*innen ab, insgesamt 364 Mal – allerdings nur 16 Zweite-Reihe Parker*innen und 124 Falschparker*innen von Rad- und Gehwegen. Um mehr Fällen gerecht zu werden und nicht zu spät vor Ort zu sein…

…soll ein bezirkseigener Abschleppwagen her. Das fordert nicht nur das Fahrradfreundliche Xhain, sondern auch ein Antrag der Grünen, unterstützt von der FDP. „Das immer höher werdende Verkehrsaufkommen in der wachsenden Stadt bedarf einer härteren Steuerung“, so Michael Heihsel (FDP). Das Ordnungsamt solle außerdem in Betracht ziehen, Kooperationen mit privaten Abschleppunternehmen zu beschließen („Public-Private-Partnership“) oder prüfen, ob der Abschleppdienst mit eigenen Fahrzeugen realisiert werden kann.

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