Namen & Neues

"Meuterei" in Kreuzberg von Verdrängung bedroht

Veröffentlicht am 09.08.2018 von Nele Jensch

Es sieht nicht gut aus: Noch knapp 300 Tage läuft der Mietvertrag des Kneipenkollektivs „Meuterei“ in der Reichenberger Straße, dann ist wahrscheinlich Schluss; am Tresen zählt schon eine Uhr den Countdown. Vor mehr als neun Jahren hat das Kollektiv die Ladenräume angemietet und einen Kneipenbetrieb mit politischen und kulturellen Veranstaltungen aufgebaut: Mit Lesungen, Mal- und Spielesonntagen – und Rechtsberatungen. Die Meuterei ist mit anderen Kiezstrukturen vernetzt, es finden regelmäßig Stadtteilversammlungen mit Bewohner*innen des Bezirks statt. Daraus entwickelte sich später das eigene Projekt „Café Reiche“ mit seinen Stadtteilversammlungen und Aktionen.

Bereits 2011 war das Haus an die Vivum Consulting GmbH verkauft worden, die viele Mietende aus den bestehenden Mieterverträgen kaufen konnte. Die Meuterei hingegen blieb, klagte auf Verlängerung des Mietvertrages um fünf Jahre – und gewann. Jetzt läuft die Frist jedoch ab und da die Meuterei einen Gewerbemietvertrag hat, gibt es nach Ablauf keine automatische Weitervermietung. Die Macher*innen wollen sich allerdings noch nicht geschlagen geben: „Ob wir glorreich (und mit Krach) untergehen oder doch eine Chance zur Verlängerung besteht, hängt von uns allen ab“, heißt es in einer Stellungnahme der Meuterei.

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