Namen & Neues

Gedenkort in der "Schikanepromenade" weiter unsicher

Veröffentlicht am 06.09.2018 von Nele Jensch

Seit langem kämpfen Initiativen dafür, dass die Fontanepromenade 15 zu einem Gedenkort wird: Sie diente den Nazis als „Zentrale Dienststelle für Juden“, von der aus rund 26.000 Jüd*innen und Juden in die Zwangsarbeit und von dort aus häufig in die Vernichtungslager geschickt wurden; Schikanepromenade wurde das Haus von seinen Opfern genannt. 2013 wurde das Gebäude verkauft, an einen Immobilienunternehmer aus Bremen, der 2016 mit dem Umbau in ein Wohn- und Bürohaus begann. Bei den Haushaltsberatungen für 2018/19 beschloss das Abgeordnetenhaus, pro Jahr je 50.000 Euro für die „kooperative Zusammenarbeit der Stiftung mit dem Gedenkort Fontanepromenade 15“ bereit zu stellen. Damit ist maximal eine temporäre Finanzierung gesichert, eine Einigung mit dem Eigentümer über das Anmieten von Büroflächen für den Gedenkort kam jedoch nicht zustande – aus steuerrechtlichen Gründen.

Die FDP-Abgeordnete Sibylle Meister wollte jetzt wissen, wie es um die (potentielle) Umsetzung des Gedenkortes steht (hier als PDF). Ergebnis: Derzeit verhandeln die Senatsverwaltung für Kultur und der Bezirk, „ob und welche Maßnahmen erinnerungspolitisch sinnvoll und nachhaltig“ umgesetzt werden könnten. Dann heißt es wohl weiter warten. Aber in Zeiten wieder erstarkenden Rechtsextremismus kann es nicht genug Orte geben, die daran erinnern, zu welchen Resultaten Faschismus und Nationalismus führen können (siehe Intro).

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