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Hasenheide: Kein sicheres Pflaster für Radfahrende

Veröffentlicht am 06.09.2018 von Nele Jensch

Ups, kann ja mal passieren: Im Juni habe ich Ihnen von der äußerst abenteuerlichen Verkehrslenkung im Bereich der Baustelle auf der Hasenheide erzählt, die vor allem für Radfahrende gefährlich war – Pfeilmarkierungen, die den richtigen Weg im Baustellenchaos wiesen, fehlten. Mittlerweile sind die Baumaßnahmen zwar beendet, aber Markierungen für Radfahrende fehlen leider immer noch. Das Tiefbauamt hatte vergessen, die ursprünglichen Richtungsweiser nach Abschluss der Arbeiten wieder anzubringen. „Das Tiefbauamt wurde aufgefordert, die Straßenmarkierungen wieder herzustellen“, sagte Carola Krause-Kirschke von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Auch sonst sorgt die Hasenheide bei Radfahrenden für Unmut, denn auf der südlichen Seite (also Richtung Park) befindet sich, wie Sie vielleicht wissen, bisher kein Radweg: Kurz hinter dem Südstern endet der ohnehin rumpelige Streifen, Radfahrende müssen sich in den fließenden Autoverkehr einfädeln. Im Radplan des Bezirks ist der Bau eines Radweges allerdings vorgesehen, und nicht nur das: Auf der Hasenheide soll der erste Radstreifen der neuen Generation entstehen, mit grünem Asphalt, mindestens zwei Meter breit und vor allem durch Poller vom motorisierten Verkehr getrennt.

Verkehrssentatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) hatte versprochen, dass schon im Sommer mit dem Bau begonnen werden solle, doch dann meldete die Feuerwehr Bedenken an: Die Poller seien ein Hindernis für Einsatzwagen. Und auch die zugesagte Mindestbreite von zwei Metern steht zur Debatte: „Die aktuelle Planung sieht vor, dass der Radweg durchgängig weniger als 2 Meter breit sein soll“, beklagt Rad-Aktivist Dirk von Schneidemesser von Changing Cities. Er fordert, dass 50 Zentimeter der vorgesehenen Parkspur, derzeit mit Überbreite geplant, an den Radweg abgetreten werden solle. „Wenn nicht mal 50 cm von Überbreite-Kfz-Stellplätzen an den fließenden Radverkehr umverteilt werden, wie es das Mobililtätsgesetz vorschreibt, dann ist der Vorzeige-Radweg des Senats eine Pleiteerklärung“, so Schneidemesser.

Am heutigen Donnerstag protestiert Changing Cities gemeinsam mit dem ADFC für den breiten Radstreifen, los geht es um 18 Uhr in Höhe der Hausnummer 61. Dabei soll die derzeitige Planung mit einem Radwegteppich, Markierungen und Pollern dargestellt werden, und danach gleich zum Kontrast die Forderung von Changing Cities aufzubauen. Einen Termin für den Baubeginn des Radstreifens – wie breit auch immer – gibt es übrigens noch nicht. Aktuell laufe die Ausschreibung für die Baufirmen, sagte Bezirksamtssprecherin Sara Lühmann.

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