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East Side Tower: "stark und wild"

Veröffentlicht am 13.09.2018 von Corinna von Bodisco

Als dem Berliner Baukollegium Mitte Mai die erste Fassung des Büroturmprojektes an der Tamara-Danz-Straße vorgestellt wurde, wünschte sich Kollegiums-Mitglied Verena Brehm „etwas Wildes, Rohes, Unfertiges, das sich in Friedrichshain-Kreuzberg einfügt“. Die dänische Architektengruppe BIG Bjarke Ingels konnte sich mit den Begriffen „roh“ und „unfertig“ weniger anfreunden, der Architekt Andy Young schlug dem Baukollegium vergangenen Montag stattdessen „stark und wild“ (tough and wild) vor. Was heißt das für das viereckige, rautenförmige Bauprojekt? Zunächst soll ein Beton-Raster als Eingangsbereich zugleich stark, wild und einladend wirken. Ebenso vorgesehen für diesen öffentlichen Bereich seien Graffiti- oder anderen Kunstprojekte. Das Dach ist weiterhin öffentlich zugänglich und eventuell mit Birken bepflanzt. Die Tiefe der kaskadenartigen Terrassen wurde vergrößert, Young betonte auch deren variable Sichtbarkeit von außen durch unterschiedliche Beleuchtung.

Fazit des Baugremiums: Das öffentlich zugängliche Dach und „das Prinzip des Regals, das unterschiedlich bespielt werden kann“, finde das Kollegium gut, fasste Brehm zusammen. Die künstlerische „Bespielung“ auf den Terrassen und im Erdgeschoss bedinge allerdings ein genaueres Konzept, in das unterschiedliche Nutzer*innen aus dem Kiez miteinbezogen werden könnten. Außerdem möchte das Gremium den Partizipationsprozess gerne genauer kennenlernen. Dabei soll es darum gehen: „Wie wird das Podiumsgeschoss genutzt und mit wem?“, sagt Brehm.

Ein Dialogprozess sei ausschlaggebend, merkte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher an. Dieser spielt in der neuen Projektfassung der EDGE Technologies GmbH noch keine so große Rolle. „Ein solcher Prozess ist für uns nicht nebensächlich. Wir dachten, in dieser Phase stehen erst einmal gestalterische Fragen im Vordergrund“, sagte der verantwortliche Projektchef, Jürgen Reimann. Gerade bei einem so markanten Gebäude solle die Partizipation ehrlich durchgeführt werden, entgegnete Lüscher. „Unehrlich wollen wir sie nicht.“ Der Bezirk und der Senat werden den Dialogprozess mitplanen und koordinieren.

Eckdaten Tower: rund 140 Meter hoch, dreieinhalb Jahre Bauzeit, Fertigstellung Ende 2021, 64.000 Quadratmeter Fläche, Baukosten: etwa 400 Millionen Euro.