Namen & Neues

Altes Umspannwerk: Google gibt geplanten Campus auf

Veröffentlicht am 25.10.2018 von Nele Jensch

Seit Google vor zwei Jahren verkündete, im alten Umspannwerk an der Ohlauer Straße Ecke Paul-Lincke-Ufer einen Google Campus eröffnen zu wollen, protestierten Anwohnende gegen die Pläne, im September wurde das Gebäude sogar kurzzeitig von linken Aktiven besetzt  – nun zieht sich Google zurück. Wie der Internetgigant am Mittwochmorgen bekanntgab, soll dort stattdessen ein „Haus für soziales Engagement“ entstehen. Die inhaltliche Gestaltung will Google an die Onlinespendeplattform Betterplace und den Verein Karuna übertragen, der sich um Kinder und Jugendliche in Not kümmert, die Schlüssel hat Google bereits übergeben.

Die Gegner*innen des Campus hatten befürchtet, durch den Einzug von Google könnten die in den letzten Jahren ohnehin hohen Mietpreise im Kiez noch weiter steigen. Google dementiert allerdings, dass es vor den Protesten eingeknickt sei: „Wir lassen uns nicht von Protesten diktieren, was wir machen“, sagte Google-Sprecher Ralf Bremer der „Berliner Zeitung“. Man habe in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Akteuren wie Karuna, Betterplace und anderen sozialen Organisationen aus dem Kiez geführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass das neue Konzept für das Umspannwerk die beste Lösung für Kreuzberg sei.

Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) begrüßt die Entscheidung: Google sei damit auf „Forderungen von Politik und Nachbarschaft“ eingegangen. „Wir werden das Projekt begleiten und uns weiterhin für die sozialräumliche Verträglichkeit von Immobilienentwicklungen einsetzen“, sagt Schmidt. Enttäuscht ist hingegen die Opposition im Bezirk: „Es ist ein fatales Signal, das R2G mit der Absage an den Google Campus in Welt sendet: Man möchte keine Gründer, man möchte keine Innovationen und keine neuen Arbeitsplätze“, beklagt der FDP-Bezirksverordnete Michael Heihsel.

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