Namen & Neues

Jørn Taekker mag den Eismann nicht

Veröffentlicht am 25.10.2018 von Nele Jensch

Den Eiswagen am Tempelhofer Feld kennen Sie bestimmt, vor allem, falls Sie Kinder haben. Der „Eismann der Herzen“, Mauro Luongo, fährt mit seinem Wagen durch ganz Berlin, steht aber am liebsten vor dem Tempelhofer Feld (wo sein Wagen bei der Ermordung des Clan-Mitglieds Nidal R. im September von Kugeln getroffen wurde). Seine Vorräte bewahrt Luongo in der Lausitzer Straße 10 in Kreuzberg auf. Doch dort soll Luongo nun raus: Bis Ende Oktober muss er sein Lager räumen, so will es Eigentümer Jørn Taekker, der keine Gründe für die Kündigung angibt. Der Eismann hat sein Lager seit 18 Jahren, seine Miete hat er stets pünktlich bezahlt.

Um die Lausitzer Straße 10 gibt es schon länger Streit: Der dänische Investor Taekker, der für Spekulation mit Wohnraum und Gewerbeflächen berüchtigt ist, hatte eigentlich mit den Mietenden des Hauskomplexes Lausitzer Straße 10/11 vereinbart, dass sie ihn nicht mehr „negativ in die Presse bringen“. Taekker will den Komplex Gerüchten zufolge verkaufen; nach Protesten der Mieter*innen nahm er davon allerdings vorerst Abstand, Verhandlungen über eine Genossenschaftslösung und einen Generalmietvertrag für alle Mietenden folgten. Im Gespräch war auch ein Ankauf durch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte.

Doch nun habe Taekker alle Verhandlungen abgebrochen, sagte eine Mieterin dem „Neuen Deutschland“. Folgerichtig wird wieder protestiert: Die Mieter*innen-Initiative „Lause bleibt“ ruft dazu auf, Mails an Taekker und die Hausverwaltung zu schicken und so dafür zu kämpfen, dass der Eismann bleiben darf. Am Freitag, 26. Oktober, wird außerdem zur Kiezdemo geladen: Mit dem Eiswagen geht es zum Paul-Lincke-Ufer, wo die Hausverwaltung ihr Büro hat, und „notfalls weiter bis zu Taekkers Hauptquartier in Aarhus/Dänemark.“ Gratis-Eis frisch aus dem Wagen gibt es natürlich auch, ab 14 Uhr in der Lausitzer Straße 10/11.

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