Namen & Neues
Deutsche Wohnen kauft die Karl-Marx-Allee
Veröffentlicht am 08.11.2018 von Nele Jensch
Die Deutsche Wohnen ist bereits der größte private Vermieter Berlins (und vielleicht der unbeliebteste), jetzt verleibt sich der Riese die Karl-Marx-Allee ein: Nach Recherchen der Berliner Zeitung werden etwa 700 der rund 3.000 im Zuckerbäckerstil errichteten Wohnungen in der ehemaligen Stalinallee an die Deutsche Wohnen verkauft. Offiziell gibt es zwar noch keine Bestätigung für den Ankauf, die Deutsche Wohnen will ihn jedoch auch nicht dementieren. Die Mietenden sind alarmiert: Schließlich ist die Deutsche Wohnen dafür bekannt, Mieten nach oben zu treiben und sich nicht um Anliegen von Mieter*innen zu kümmern. Deshalb hoffen viele jetzt, dass der Bezirk sein Vorkaufsrecht ausübt (wobei Investor*innen so einige Tricks auf Lager haben, um dieses zu umgehen, wie Sie hier noch mal nachlesen können).
Allerdings sind drei der vier der betroffenen Häuserzeilen in insgesamt 620 Eigentumswohnungen aufgeteilt; bei diesen kann der Bezirk sein Vorkaufsrecht gemäß dem Milieuschutz nicht anwenden. „Hierzu habe ich ein Kurzgutachten in Auftrag gegeben, das einen Weg aufzeigen soll, wie die Stadt über das Mieter*innenvorkaufsrecht Wohnungsanteile erwerben kann“, sagte mir Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). Es bleibe eine Frist von sechs Wochen, um diese Strategie umzusetzen. In einem Block der von der Deutsche Wohnen erworbenen Häuserzeilen befinden sich 81 Mietwohnungen, für diesen prüft der Bezirk das Vorkaufsrecht. „Die strategische Bedeutung der Karl-Marx-Allee rechtfertigt, dass jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, auch die Aufwendung erheblicher Mittel aus dem Landeshaushalt“, so Schmidt.