Namen & Neues

Bergmannstraßenfest sucht neuen Ort

Veröffentlicht am 20.12.2018 von Nele Jensch

Das großartige Bergmannstraßenfest wird 2019 möglicherweise nicht stattfinden: Der Verein „Kiez und Kultur“, der das Jazzfest 15 Jahre lang organisiert hatte, hat sich aufgelöst. Grund sind ausgerechnet die Parklets in der Bergmannstraße, die den Kiez ja eigentlich zu einer Begegnungszone machen sollen:  „Die Begegnungszone ist für uns Anlass nicht mehr weiter zu machen“, sagt Olaf Dähmlow, künstlerischer Leiter des Vereins (mit dem ich im Sommer noch über das letzte Fest gesprochen habe). Denn dort, wo jetzt die dottergelben Parklets stehen, hatten bisher die Händler*innen beim Fest ihre Stände. „Ohne den Raum der Parkhäfen können wir das Fest nicht mehr finanzieren“, so Dähmlow.

Allerdings spiele auch das Alter eine Rolle: Alle Mitglieder gingen auf die 70 zu, bei einer kleinen Mitgliederzahl käme es bei gesundheitlichen Ausfällen im Allgemeinen zu Problemen. Und: „Nach 15 Jahren wird man der Sache einfach müde“, so Dähmlow, der auch das Yorckschlösschen betreibt und damit genug zu tun hat. Zwei Mitglieder von Kiez und Kultur wollen jetzt allerdings einen neuen Verein gründen und sind auch schon im Gespräch mit Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), um nach einem Ausweichort zu suchen; anbieten würde sich die nahegelegene Kreuzbergstraße.

Kurt Wansner, Xhainer CDU-Abgeordneter, appelliert derweil an den Senat, die 15 Parklets, Überwegungen und Fahrradständer, die den Platz für Bühnen und Buden blockieren, zumindest für die Dauer des Fests abzubauen. Am liebsten wäre es Wansner, wenn die Parklets ganz verschwinden würden: Der Versuch einer Begegnungszone sei im höchsten Maß umstritten. Senat und Bezirk seien daher gut beraten, „diesen gescheiterten Versuch aufzugeben, statt ihn gegen den Willen der Anlieger mit aller Macht weiter zu betreiben“, so Wansner.

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