Namen & Neues

Ellenlange Aufzugsthematik, Tortur für die Mieterinnen

Veröffentlicht am 14.02.2019 von Corinna von Bodisco

Ende Januar stellte sich der Berliner Mieterverein in folgendem Sachverhalt auf die Seite der Mieterinnen: Der Aufzug in der Ritterstraße 97 in Kreuzberg war seit September 2018 immer wieder defekt. Für ein älteres Ehepaar im Obergeschoss erschwert dies auch seit diesem Zeitpunkt den Alltag, voraussichtlich noch bis Ende April 2019. Manchmal dauern Reparaturen, die entscheidende Frage lautet: Warum so lange?

Wechsel der Wartungsfirma, Wechsel der Hausverwaltung. Das genannte Gebäude wurde bis Ende 2018 vom Deutschen Immobilien Management (DIM) verwaltet und ging zum neuen Jahr in die Verantwortung der Capera Immobilien über. Noch vor dem Hausverwaltungswechsel wurde eine neue Firma für die Wartung beauftragt, da der erste Autragsnehmer „trotz mehrfacher Kontaktaufnahme und Mahnungen unsererseits die Aufzugsanlage nicht wieder instandsetzen konnte“ (von September bis Dezember 2018, Anm. der Red.), wie ein Sprecher der DIM erklärte.

Ersatzteile nicht lieferbar, neuer Aufzug. Die aktuelle Hausverwaltung Capera erteilte über den Stand seit Anfang 2019 folgende Auskunft: Ein „namhafter Aufzugsbetreiber“ stellte fest, dass die nötigen Ersatzteile nur sehr „kosten- und zeitaufwändig“ nachgebaut werden könnten. „Der Eigentümer des Hauses hat sich deshalb dazu entschieden, einen neuen Aufzug einbauen zu lassen und hat diesen auch bereits in Auftrag gegeben“, gibt die Hausverwaltung an. Fahren soll der neue Aufzug in etwa drei Monaten wieder. Den Mieterinnen würden „Mietminderungen sowie Unterstützungsleistungen, wie Einkaufshilfe, Transport aus/in die Wohnung sowie weitere Unterstützungen in Einzelfällen“ gewährt.

Mieterverein: Hilfsangebote unbekannt. Rainer Wild, Geschäftsführer des Mietervereins, weiß von diesen Angeboten nichts: „Unseren Mitgliedern wurde ein solches Angebot nicht gemacht“. Die Kommunikation zwischen Mietverwaltung und Mieterinnen beschreibt er als nicht existent. „Weder die alte noch die neue Verwaltung hat sich bei ihnen gemeldet“. Komplikationen bei Reparaturen passieren, entscheidend ist aber: Die Mieterinnen haben das Nachsehen. Das besagte Ehepaar komme die Treppe nicht hoch und runter. „Das ist starker Tobak“, fasst Wild zusammen.

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