Namen & Neues

Prinzessinnengärten, U-Bahnhof, Drogenkriminalität - und die Zukunft des Moritzplatzes

Veröffentlicht am 21.03.2019 von Nele Jensch

Wie wird der Moritzplatz der Zukunft aussehen? Das wollte Turgut Altuğ (Grüne) vom Senat wissen. Ergebnis: Wenig anders als jetzt höchstwahrscheinlich, denn für den 2005/2006 instand gesetzten U-Bahnhof habe die BVG erstmal keine weiteren Pläne, heißt es in der Antwort des Senats. Moment mal, sollte dort nicht bereits spätestens letztes Jahr endlich ein Aufzug eingebaut werden? Ja, diesen Plan gibt es noch – der Einbau ist allerdings erst für das zweite Quartal 2020 geplant; Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Eltern mit Babys und Kleinkindern danken herzlich!

Wer öfter zu Fuß am Moritzplatz unterwegs ist, weiß, welch selbstmörderisches Unterfangen es dort mitunter ist, die Straße(n) zu überqueren. Altuğ wollte wissen, ob es Bestrebungen gäbe, wenigstens das Überqueren der Prinzenstraße zwischen den Prinzessinnengärten und dem Aufbau-Haus sicherer und leichter zu machen. Antwort: Dort wurde 2016 eine Mittelinsel für Fußgänger*innen gebaut, „darüber hinaus gibt es kein spezifisches Konzept zur Fußgängerüberquerung“.

Ebenso wenig existieren Konzepte des Straßen- und Grünflächenamts Xhain für Aufwertungsmaßnahmen des Platzes oder der benachbarten Grünfläche – also den Prinzessinnengärten, die ja gerade ohnehin ihren zweiten zweiten Standort zwischen Gräbern in Neukölln erproben (wir berichteten). Meine Neuköllner Leute-Kollegin Madlen Haarbach war schon mal zum Angärtnern auf dem St. Jacobi-Friedhof. Übrigens ziehen die Gärten nicht um, weil sie gehen müssen, sondern weil der Andrang am Moritzplatz zu groß wird: Die Prinzessinnengärten seien über die Jahre immer mehr zu „einem Biergarten zwischen den Hochbeeten geworden“, sagte Robert Shaw, einer der Gründer*innen, der Berliner Zeitung. Ob es nach der Saison 2019 auch in Kreuzberg weiter geht, steht noch nicht fest.

Aber immerhin irgendwo geht es voran: Der Moritzplatz wird als „entstehender Brennpunkt“ der Drogenkriminalität kategorisiert. Darauf bezog sich das Vorangehen natürlich nicht, sondern auf die ergriffenen Gegenmaßnahmen: Die „Präsenzmaßnahmen“ seien „deutlich intensiviert“ worden und würden „durchweg auf einem hohen Niveau gehalten“. Konkret heißt das: Einsatz von Zivilstreifen wie auch von uniformierten Polizist*innen sowie eine Sicherheitskooperation zwischen der Polizei Berlin und der BVG. Hoffentlich reicht als Abschreckung. Wie der Senat selbst (nahezu poetisch) schreibt, biete der Moritzplatz „aufgrund seiner geografischen Lage, der baulichen Gegebenheiten und der guten Verkehrsanbindung für Betäubungsmittelkonsumierende einen an Kauf- und Konsumgelegenheiten reichen Aufenthaltsort zu den Tages- aber auch Nachtstunden“.

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