Namen & Neues
Markthalle Neun: Bezirk schaltet sich ein
Veröffentlicht am 06.06.2019 von Corinna von Bodisco
Der Konflikt um die Aldi-Filiale in der Kreuzberger Markthalle Neun wird offenbar noch eine ganze Weile dauern. Ursprünglich hatten die drei Betreiber dem Discounter zu Ende Juli gekündigt, stattdessen sollte ein dm-Drogeriemarkt einziehen. Hunderte Anwohnerinnen und mehrere Initiativen hatten gegen den Wegfall dieser kostengünstigen Nahversorgung demonstriert und dem Konflikt Aufsehen über den Kiez hinaus verschafft.
Nun heißt es vom Bezirksamt, der Dialogprozess solle „breiter aufgestellt werden als bisher geplant“. Ein einwöchiger Anwohnerdialog („Nachbarschaftsforum“) in den Ferien sei geplant, um die Meinungen „geordnet“ einzuholen, sagte mir Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). Bei den zwei bisherigen Gesprächen „kochte alles hoch“, ein dritter Termin am 11.06. wurde deswegen abgesagt. Besprochen werden die Ergebnisse dann in einer Beteiligungswerkstatt.
Der Aldi bleibt solange die Diskussionen andauern. Der Discounter solle „bis zum Ende des Diskussionsprozesses“ zwischen Anwohnerinnen, Betreibern und Bezirk vorerst nicht ausziehen. Laut Wirtschaftsstadtrat Andy Hehmke (SPD) hatten die Betreiber der Markthalle diesen neuen Stand schon bei der letzten Diskussionsveranstaltung mitgeteilt. Nikolaus Driessen vom Betreiber-Trio wollte sich aber erst nach dem offiziellen Statement des Bezirks zum Thema erneut äußern (Fortsetzung folgt also im nächsten Newsletter).
Dass der Aldi endgültig bleibe, sei noch nicht vom Tisch, so schätzt Hehmke die Lage ein. Die Diskussionen würden „über den 31. Juli hinaus dauern“. Auch das Betreiber-Trio hatte schon im April eine prozessoffene Diskussion angekündigt, auch wenn sie dadurch insgesamt länger dauere.