Namen & Neues

Radinfrastruktur: Keine Brücke über den Landwehrkanal

Veröffentlicht am 10.10.2019 von Nele Jensch

Um die Radinfrastruktur zu verbessern, bedarf es natürlich auch in der Verwaltung einiger man- (bzw. woman-)power – dafür hat der Senat den Bezirken bereits im März 2017 die Finanzierung von jeweils zwei zusätzlichen Stellen für den Radverkehr zugewiesen. Und wie sieht es zweieinhalb Jahre später bei der Umsetzung aus? Das wollte Sven Kohlmeier (SPD) vom Senat wissen (Drucksache 18/20991). Ergebnis: Viele der neuen Radweg-Stellen sind immer noch unbesetzt (in Charlottenburg-Wilmersdorf und Mahrzahn-Hellersdorf sogar jeweils beide). Etwa auch bei uns in Xhain? Ebenso wie Pankow und Spandau hat Friedrichshain-Kreuzberg „keine Rückmeldung zum Stellenumfang“ abgegeben.

Erfreulicherweise habe ich aber eine Rückmeldung erhalten – und zwar eine positive: „Bis Mitte 2018 hatten wir nur 1,5 Stellen für Radingenieur*innen besetzt. Nun sind es 2,5“, teilt Bezirksamtssprecherin Sara Lühmann mit. Außerdem war Xhain laut Lühmann der erste Bezirk, der überhaupt eine Fahrradingenieursstelle besetzt hat – und zwar bereits am 1. November 2015.

Soweit zur personellen Seite. Wie sieht es mit konkreten Projekten aus? Das wollte Sven Rissmann (CDU) vom Senat wissen (DS 18/20945). Unter anderem fragte er danach, warum die Radschnellwege 1 und 6 an der Grenze zum Innenstadtbereich enden, statt auch durch die Mitte Berlins zu führen. Antwort: Zunächst habe man sich auf die Anbindung der Außenbereiche ans Zentrum gekümmert, weiterführende Verbindungsstrecken könnten aber auch „zu einem späteren Zeitpunkt geplant und realisiert werden“ (ja klar, nur wann?).

Fahrradbrücke über den Landwehrkanal? Schlecht sieht es auch erstmal für eine schon seit Langem angedachte Brücke für Radfahrende und Fußgänger*innen über den Landwehrkanal aus: Welche Bedeutung der Senat einer Fahrradbrücke zwischen dem Park am Gleisdreieck und dem Tilla-Durieux-Park zumessen würde, fragte Rissmann. Eine solche würde „eine sinnvolle Ergänzung“ darstellen, so die Antwort. Weiterführende Planungen führe der Senat dazu allerdings derzeit nicht durch, denn: „Die bisherigen Machbarkeitsstudien für eine auch durch Radfahrende nutzbare Brücke haben zu keiner konstruktiv umsetzbaren und gestalterisch befriedigenden Lösung geführt.“ Grund dafür seien die Tunnelanlagen der Deutschen Bahn, die den Kanal in diesem Bereich queren. Das mache den Bau der Brücke sehr aufwendig. Vor einem Jahr hatte Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) erklärt, sich für die Errichtung der Brücke einzusetzen, die Anwohner*innen schon lange fordern – umso mehr in Hinblick auf die Veränderungen, die dem Gleisdreieck bevorstehen, wenn das Projekt „Urbane Mitte“ realisiert wird (mehr dazu auch im Kiezgespräch weiter unten in diesem Newsletter).

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