Namen & Neues

Fokus Boxi: Ungarische Kneipe "Szimpla" macht nach zehn Jahren dicht

Veröffentlicht am 24.10.2019 von Corinna von Bodisco

Der Boxi: Ungarische Kneipe „Szimpla“ macht nach zehn Jahren dicht. Am Sonntag schloss das beliebte „Szimpla“ am Boxhagener Platz seine Türen. Zu Ende des Monats räumen Betreiber Attila Kiss und sein Team das Kneipen-Café in Berlin-Friedrichshain (Gärtnerstraße 15) leer. Mieterhöhung oder Rauswurf seien nicht der Grund für die Schließung gewesen – obwohl die Miete seit Einzug immer teurer wurde. Kiss erklärte, „persönliche Gründe“ hätten ihn dazu bewogen, das „Szimpla“ zu schließen: „Mit unserem Konzept können wir nicht langfristig bleiben. Am Boxhagener Platz braucht man eines, mit dem mehr zu verdienen ist, aber das wollte ich nicht.“ Ein neues „Szimpla“ soll es nicht geben, Kiss wolle sich ganz auf das Badehaus (RAW-Gelände) und seine Bier-Bar in der Wrangelstraße konzentrieren.

Was wird jetzt aus der Kneipe? Das Haus in der Gärtnerstraße 15 gehört der Tetras GmbH, einer Untergruppe der umstrittenen Immobilienfirma Padovicz, bestätigte mir Kiss. Vom Haus gegenüber, der Gärtnerstraße 14, ist Padovicz direkte Eigentümerin (Quelle: interaktiv.tagesspiegel.de). In die Szimpla-Räumlichkeiten soll eine zweite Filiale der schicken dänischen Craft-Beer-Bar „Mikkeller“ einziehen, die es auch schon an der Torstraße 102 in Mitte gibt. Doch das ist noch nicht ganz sicher, „we can’t really confirm anything yet“ (wir können wirklich noch nichts bestätigen), teilte mir das Berliner Bar-Team mit.

Der Boxi wird mehr und mehr zu einem Ort der Verdrängungskämpfe und der Konkurrenz um satte Rendite. Doch so stand es nicht immer um den Platz: Welches Bild ergibt sich, wenn die Eigentumsverhältnisse bis zu seinem Anfang ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden und wem gehören die Häuser heute? Diesen Fragen gingen Studierende der FH Potsdam ein Semester lang auf den Grund. Unterstützt wurden sie vom Tagesspiegel Innovation Lab. Herausgekommen ist das nigelnagelneue Online-Projekt „Wem gehört(e) der Boxi?“: interaktiv.tagesspiegel.de.

Übrigens: Nur Zugezogene sagten „Boxi“, keine „Ur-Berliner“, merkten schon mal zwei Twitterer kritisch an. Ist das schlimm? Was denken Sie: Welche Spitznamen nerven? Welche sind hingegen völlig richtig? Als Inspiration empfiehlt Ihnen mein Tagesspiegel-Kollege André Görke schon mal das Lied „Görli, Görli“ von „Plattenreiter/Pr. Kantate“ (Richard Haus), der fürwahr ein großes Faible für Abkürzungen hat: tagesspiegel.de. Und was Sie zu den Spitznamen denken, gerne an leute-c.bodisco@tagesspiegel.de schreiben. – Text: Corinna von Bodisco

+++
Dieser Text erschien in meinem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos und unkompliziert hier beim Tagesspiegel unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Was Sie im neuen Tagesspiegel-Newsletter für Friedrichshain und Kreuzberg finden – hier meine weiteren Themen (eine Auswahl): +++ Breitere Radwege auf der Oberbaumbrücke noch „work-in-progress“ +++ Protest-in-progress: Verkehrsaktivisten bilden „human protected bike lane“ +++ Abbauversuch Protestpodest Oranienstraße 35 +++ Kinderdemo und viele bunte Portraits an der U1/U3 am Kottbusser Tor +++ Wandel der Kiezbibliotheken – Innovationsmanager Thomas Gottschalk im Interview +++ Wem gehört der Boxi? – Ungarische Kneipe „Szimpla“ macht nach zehn Jahren dicht +++ „Trallafitti“ mit Schauspielerin Thelma Buabeng im Südblock +++ Initiative Hermannplatz bezeichnet Hoffest im Karstadt-Innenhof als „Trojanisches Pferd“ +++ Verlosung für E-Bass-Konzert in der Ölberg-Kirche +++ Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos und unkompliziert hier beim Tagesspiegel unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Zur Newsletter-Autorin: Corinna von Bodisco ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Der Weg von Kreuzberg in ihr Neuköllner Gemeinschafts-„Biro“ führt sie meist über den grünen Fahrradweg an der Hasenheide. Wünsche, Ideen und Kritik liest sie gern per Mail, bei Twitter oder Instagram.

Anzeige