Namen & Neues

Neue Radwege auf der Oberbaumbrücke: So geht's jetzt weiter

Veröffentlicht am 24.10.2019 von Corinna von Bodisco

Neue Radwege auf der Oberbaumbrücke: So geht’s jetzt weiter. Die Oberbaumbrücke über die Spree ist wieder für den Verkehr freigegeben. Seit Ende Mai wird die Brücke zwischen Berlin-Friedrichshain und Berlin-Kreuzberg saniert, laut Verwaltung ist sie eine der meistbefahrenen Radfahrstrecken Berlins. Die Fahrradfahrerinnen sollen bald mehr Platz bekommen. Die Radstreifen in beide Richtungen werden auf zwei Meter verbreitert, zusätzlich begrenzen 80 Zentimeter breite Sicherheitsstreifen den Übergang zur Fahrbahn. Die Radspur Richtung Friedrichshain ist markiert, die Gegenrichtung solle baldmöglichst folgen.

Der motorisierte Individualverkehr muss dann mit einem Fahrstreifen je Richtung auskommen – allerdings in Überbreite: jeweils 4,45 Meter. Während der Senat für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz verkündet, „die neue Aufteilung entspricht den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes“, stößt diese Aussage bei den Initiativen Fahrradfreundliches Xhain und Changing Cities auf Kritik. Es steht Grafik (SenUVK hier) gegen Grafik (Radnetzwerk Pankow hier).

Aktivistinnen haben sich die Situation vor Ort angesehen und ihre Kritik auf Twitter gepostet:

  • #1: Radspur zu schmal. „Sollen die Radfahrerinnen in der Gosse fahren?“ (Quelle: @BerlinCyclist). Oder: „Für die versprochenen zwei Meter fehlten noch 15 Zentimeter, den Kanalbereich mitgemessen“ (Q.: @RadXhain). „Na, dann kratzt mal schön wieder ab und macht eure Hausaufgaben nochmal neu, @SenUVKBerlin“ (Q.: @berlin_radler).
  • #2: Keine sichere Trennung von Rad- und Autoverkehr. Die aufgepinselte, weiße Markierung beeindruckte am Dienstagabend nur wenige Autos. Bei der von Dirk von Schneidemesser dokumentierten Situation kann jederfrau angst und bange werden (Foto hier).

Konsequenz: Mit den eigenen Körpern für Schutz sorgen. Als Antwort auf die „work-in-progress“-Radwege bildeten Verkehrsaktivistinnen am Dienstagabend eine Menschenkette auf der weißen Markierungslinie – auch „human protected bike lane“ genannt. Wie das aussah, sehen Sie hier. Doch so beeindruckend die Aktion auch ist – wäre es nicht super, die Radspur mit entsprechenden baulichen Maßnahmen statt mit Menschen zu sichern? – Text: Corinna von Bodisco

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Dieser Text erschien in meinem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos und unkompliziert hier beim Tagesspiegel unter leute.tagesspiegel.de.
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Was Sie im neuen Tagesspiegel-Newsletter für Friedrichshain und Kreuzberg finden – hier meine weiteren Themen (eine Auswahl): +++ Breitere Radwege auf der Oberbaumbrücke noch „work-in-progress“ +++ Protest-in-progress: Verkehrsaktivisten bilden „human protected bike lane“ +++ Abbauversuch Protestpodest Oranienstraße 35 +++ Kinderdemo und viele bunte Portraits an der U1/U3 am Kottbusser Tor +++ Wandel der Kiezbibliotheken – Innovationsmanager Thomas Gottschalk im Interview +++ Wem gehört der Boxi? – Ungarische Kneipe „Szimpla“ macht nach zehn Jahren dicht +++ „Trallafitti“ mit Schauspielerin Thelma Buabeng im Südblock +++ Initiative Hermannplatz bezeichnet Hoffest im Karstadt-Innenhof als „Trojanisches Pferd“ +++ Verlosung für E-Bass-Konzert in der Ölberg-Kirche +++ Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos und unkompliziert hier beim Tagesspiegel unter leute.tagesspiegel.de.
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Zur Newsletter-Autorin: Corinna von Bodisco ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Der Weg von Kreuzberg in ihr Neuköllner Gemeinschafts-„Biro“ führt sie meist über den grünen Fahrradweg an der Hasenheide. Wünsche, Ideen und Kritik liest sie gern per Mail, bei Twitter oder Instagram.

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