Namen & Neues

"Zwei Minuten Putzzeit pro Klasse": Initiative sammelt Unterschriften für saubere Schulen

Veröffentlicht am 21.11.2019 von Corinna von Bodisco

„Zwei Minuten Putzzeit pro Klasse“: Initiative sammelt Unterschriften für saubere Schulen. Die Schulreinigung im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Dilemma: Vielen Reinigungskräften blieben gerade mal zwei Minuten, um einen Klassenraum zu reinigen, schreibt die Initiative „Schule in Not“. Der Grund sei die schlechte Bezahlung. Bei den Ausschreibungen würde vor allem nach dem günstigsten Preis ausgewählt. Kein Wunder, dass die Schulen trotz Reinigung dreckig bleiben – und wer lernt schon gerne in so einem dreckigen Raum? Die Schülerinnen bestimmt nicht.

Vorschlag: Reinigung in öffentliche Hände. Die Initiative fordert, die Reinigungkräfte ab dem Schuljahr 2021/22 schrittweise beim Bezirk anzustellen und fair zu bezahlen. Nach vier Jahren soll es keine externen, outgesourcten Arbeitsverhältnisse mehr geben. Finanziert werden soll die Umstellung und Bezahlung aus dem Doppelhaushalt.

Wie viele Unterschriften braucht es? Für die Umsetzung der Forderung werden berlinweit Unterschriften für Einwohnerinnenanträge und Bürgerinnenbegehren gesammelt. Für den Antrag in Friedrichshain-Kreuzberg braucht es 1000 Signaturen. Etwa 700 Unterschriften liegen Ilker Egilmez, Vertrauensperson der Initiative, schon vor. Neukölln muss 10000 zusammenbekommen, da es sich dort um ein kommunales Bürgerinnenbegehren handelt. Nach erfolgreichem Begehren kann ein Bürgerinnenentscheid durchgeführt werden, der wiederum die gleiche Rechtswirkung hat wie ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Sammeldeadline und Downloadlink. „Wir sammeln bis zur letzten Minute. Am 27. November gibt es eine BVV und da wollen wir um 17.30 Uhr unsere Unterschriften übergeben“, schreibt mir Egilmez. Falls Sie mitsammeln mögen, kann der Antrag hier heruntergeladen werden, indem Sie auf den Bezirk klicken. Die Listen können anschließend per E-Mail an ilker@so36.net geschickt oder bis zum 26. November postalisch an „Schule in Not, c/o narrativ e.V., Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin“ gehen. –  Text: Corinna von Bodisco, Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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