Namen & Neues

Jetzt doch: Möckernbrücke wird barrierefrei

Veröffentlicht am 05.12.2019 von Nele Jensch

Große – und berechtigte – Aufregung herrschte vergangene Woche um den U-Bahnhof Möckernbrücke: Dieser hat, wie Sie wahrscheinlich selbst wissen, keinen Aufzug; wer im Rollstuhl sitzt, hat keine Chance, den Bahnsteig zu erreichen beziehungsweise ihn zu verlassen. Auch wer mit Fahrrad oder Kinderwagen unterwegs ist, meidet den Bahnhof soweit möglich. Die BVG plante bereits seit Jahren den Einbau eines Fahrstuhls – doch dann erhielt sie eine Absage vom Stadtentwicklungsamt des Bezirks: „Dem Vorhaben wird aus planungsrechtlicher und städtebaulicher Sicht nicht zugestimmt“, hieß es in einer Stellungnahme des Fachbereichs an die Verkehrsbetriebe.

BVG und Behindertenverbände protestierten: Dass ausgerechnet eine städtische Behörde den Ausbau Berlins zu einer barrierearmen Stadt bremst, ist schließlich auch schwer nachvollziehbar. Und zum Glück stimmt es auch nicht: Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) revidierte den Bescheid am Dienstag. „Hiermit wird die negative Stellungnahme durch diese positive Stellungnahme ersetzt“, heißt es in einem Schreiben, das Schmidt auf Twitter veröffentlichte. „Leider gab es ein Missverständnis innerhalb des Stadtplanungsamts und mit der Pressestelle“, erklärt Schmidt.

„Im Stellungnahmesystem befand sich noch eine veraltete Stellungnahme aus dem Februar, die nicht mehr dem aktuellen Beratungsstand des Bezirksamts entsprach“, erläutert Bezirksamts-Sprecherin Stefanie Kunze auf Nachfrage. Mittlerweile sei die aktuelle, positive Stellungnahme aber „an alle Stellen übermittelt, womit einer Genehmigung des Aufzuges nichts im Wege steht.“ Nun ja, dieses Malheur macht der Bezirk dann hoffentlich mit viel Unterstützung für eine rasche Umsetzung des Fahrstuhl-Baus wieder wett. – Text: Nele Jensch

Foto: Mike Wolff

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