Namen & Neues

Keine Poller auf der Oberbaumbrücke - aber breitere Radstreifen

Veröffentlicht am 16.07.2020 von Nele Jensch


„Auf der Oberbaumbrücke benutzen Autos die Radspur ganz selbstverständlich und mehrere Polizeiwagen fahren einfach dran vorbei! Offenbar helfen nur Poller“, klagte unlängst Twitter-User Sebastian Kitzig (und wer ab und zu die Brücke zwischen unseren beiden Ortsteilen mit dem Rad überquert, weiß nur zu gut, dass er Recht hat). Bürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) stimmt zu und meint sich „zu erinnern, dass auch welche kommen werden.“ 

Leider wird es damit wohl nichts: „Poller oder anderweitige brückentaugliche Protektionselemente können nicht angebracht werden, da aufgrund der Brückenabdichtung und des Denkmalschutzes nichts in die Oberfläche eingedübelt werden darf“, erklärt Constanze Siedenburg von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf Nachfrage. Gute Nachrichten für Radfahrende hat sie aber dennoch: So ist geplant, die Radstreifen deutlich zu verbreitern, auf drei Meter pro Seite (ohne Markierung). Die Schutzstreifen zwischen Rad- und Autostreifen sollen jeweils einen Meter breit sein (inklusive Markierung). Erfolgen soll die Umsetzung laut Senatsverwaltung „zeitnah“ (was in Berlin bekanntermaßen alles zwischen einer Woche und drei Jahren bedeuten kann). Auch der Bezirk, der für die Ausführung zuständig ist, bleibt wage: Die Anbringung der Markierungen sei geplant, ein konkreter Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest.

In den sozialen Medien wird bereits zu bedenken gegeben, warum der Senat keine anderen Möglichkeiten prüft – denn „Protektionselemente, die NICHT eingedübelt werden müssen, gibt es schließlich zahlreich“, schreibt Twitter-User Jens Blume. Wünschenswert wäre das natürlich, denn breitere Radspuren bedeuten schließlich nicht zwangsläufig, dass die Autfahrer*innen sich dann auch auf ihre Spur beschränken.

 

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