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Gesamter Lausitzer Platz gehört dem Fuß- und Radverkehr

Veröffentlicht am 29.04.2021 von Corinna von Bodisco

Die Fußgänger*innenzone im Norden des Lausitzer Platzes wird ab Mai auf die anderen Bereiche rund um die Emmaus-Kirche erweitert. Das bedeutet laut Bezirksamt, dass auch der Bereich zwischen Skalitzer Straße im Süden und den Einmündungen Pücklerstraße/Waldemarstraße und Eisenbahnstraße/Muskauer Straße im Norden ausschließlich für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zur Verfügung stehen werden.

Versenkbare Poller sollen an den Einfahrbereichen der Skalitzer Straße den Zugang für Kraftfahrzeuge sperren, ausgenommen für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge. In Lieferzeitfenstern für Gewerbetreibende und die ansäßigen Grundschulen sollen die Poller wochentags von 9-11 Uhr sowie von 18-19 Uhr abgesenkt sein. Auch private Umzüge sollen durch Ausnahmegenehmigungen weiterhin möglich sein.

Die Umgestaltung des Platzes geht auf einen Beschluss zur Verbesserung der Schulwegsicherheit zurück, den die SPD Anfang 2019 in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbrachte. Im Sommer 2020 wurde das Vorhaben durch den Antrag „Widmung von Straßenzügen zu vier Fußgänger*innenzonen“ von der BVV bestätigt.

Die Nachbarschaftsinitiative „Spiel aufm Lausi“ begrüße diesen Schritt ausdrücklich. Durch den Wegfall des Autoverkehrs und von parkenden Autos habe sich die Aufenthaltsqualität auf dem Platz „deutlich erhöht“, teilt die Initiative mit. Zwar war der Platz schon vorher eine verkehrsberuhigte Zone, doch Spielen auf der Straße sei nur theoretisch möglich gewesen. Der zusätzliche Freiraum sei jetzt ein wichtiger Ort für Kinder und Erwachsene – auch aus den umliegenden Kiezen.

Kritik: Doch nicht alle begrüßen die Entwicklung Richtung Fußgänger*innenzone. „Das Hauptanliegen des Bezirks scheint in Wirklichkeit nur darin zu bestehen, die dort vorhandenen Anwohnerparkplätze zu beseitigen“, sagte Anwohner Rainer Bohne meiner Kollegin Nele Jensch im Februar. Zudem kritisiert er eine unzureichende Beteiligung der Anwohner*innen.

Vom Bezirksamt heißt es dazu, dass ein Infoschreiben sowie ein Fragebogen versendet wurde. Ein Blick in die Auswertung der Fragebögen zeigt: 56 Prozent der Befragten bewerten die bisherige Umgestaltung zur Fußgänger*innenzone positiv, nur 28 Prozent negativ. Insgesamt haben 193 Personen die Bögen ausgefüllt und an das Bezirksamt zurückgesendet.

Mehr Verkehrssicherheit, aber mehr Freizeitlärm. Insgesamt wurde neben der Verbesserung der Verkehrs- und der Schulwegsicherheit durch die Fußgänger*innenzone auch angegeben, dass sich der „Freizeitlärm verschlechtert, gleichzeitig aber der Verkehrslärm durch die Umgestaltung abnimmt“. Für die langfristige Entwicklung und Ausgestaltung der Fußgänger*innenzone würde es zudem in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine Bürger*innenbeteiligung geben, teilt das Bezirksamt mit.

  • Ein FAQ zur Fußgänger*innenzone Lausitzer Platz gibt es hier.

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