Namen & Neues
Corinthstraße: Immobilienfirma will angeblich auf Luxussanierung verzichten
Veröffentlicht am 20.05.2021 von Nele Jensch
Einen ähnlichen Fall, von dem ich Ihnen schon vergangene Woche erzählt habe, gibt es in Friedrichshain: Die Bewohner*innen der Corinthstraße 56 wehren sich gegen den Verkauf ihres Hauses an die Schweizer Immobilienfirma Blue Rock Group. Am Sonntag trugen sie diesen Protest auf die Straße: Eine stattliche Anzahl Demonstrant*innen zogen (mit Maske und Abstand, wie dieses Video auf Twitter zeigt) durch den Laskerkiez. An Unterstützung von Bezirkspolitiker*innen mangelte es nicht: Pascal Meiser von der Linken, Cansel Kiziltepe von der SPD und Canan Bayram von den Grünen nahmen am Protest teil.
Doch was sagt eigentlich die Blue Rock Group selbst zu den Vorwürfen? An dieser Stelle muss ich mich zunächst bei ebendieser entschuldigen: Letzten Donnerstag habe ich geschrieben, dass die Blue Rock Group nicht auf eine Presseanfrage reagiert hätte – tatsächlich wurde mir ein Interview angeboten, die entsprechende Email habe ich schlichtweg übersehen. Sorry!
Zurück zum Thema: „Die Sorgen der Mieter in der Corinthstraße 56 sind unbegründet: Keiner der Bestandsmieter muss seine Wohnung verlassen“, versichert Blue Rock-Geschäftsführer Ronny Pifko. Die Blue Rock werde keine Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln, um sie einzeln zu veräußern, sondern sich „lediglich um die professionelle Instandhaltung der Immobile“ kümmern: Außenflächen und leerstehende Wohnungen sollen saniert und eine Hausverwaltung eingesetzt werden, ein Ausbau des Dachgeschosses sei möglich.
„Wir schätzen die bunte Berliner Vielfalt und haben keinerlei Interesse daran, sie aus ihrem Zuhause zu verdrängen“, so Pifko. Luxusappartements oder -sanierungen seien nicht geplant: „Unser Fokus liegt bei jedem unserer Ankäufe in Berlin auf der Instandsetzung und der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum.“ Die Blue Rock Group wird sich an diesem Versprechen messen lassen müssen.