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Mehringdamm 49: Vorkauf scheitert an mangelnder Bezuschussung durch den Senat

Veröffentlicht am 24.06.2021 von Nele Jensch

Weniger Glück haben bisher die Mieter*innen des Mehringdamms 49: Auch hier kämpfte die Hausgemeinschaft gegen den Verkauf ihres Hauses an einen internationalen Investor mit Sitz in Luxemburg. Die Mietenden befürchten, dass sie nach dem Eigentümerwechsel trotz Kündigungsschutz zum Auszug gedrängt werden – so haben sie es bei einem Haus in der Nachbarschaft erlebt, bei dem kurz nach dem Verkauf die Sanierung begann. Über die Jahre beobachteten sie, wie die Bewohner*innen des Mehringdamms 51 ihre Wohnungen verließen: Einigen wurde Geld für den Auszug geboten, andere hielten dem Baulärm und der ständig unterbrochenen Strom-und Wasserversorgung nicht stand und gingen freiwillig.

Lange hoffte man auf einen Vorkauf durch eine Genossenschaft oder die landeseigene Gewobag – am Dienstag erreichte die Mietenden jedoch die Nachricht, dass der Senat die notwendigen Zuschüsse nicht bewilligen wird. Dabei hatte die Hausgemeinschaft sich nach der Absage durch die Gewobag in der Vorwoche nochmals einen großen Schritt auf das landeseigene Wohnungsunternehmen zubewegt: „Übers Wochenende hatten wir von vielen unserer 34 Mietparteien unterschriebene Erklärungen zu freiwilligen Mieterhöhungen im Rahmen unserer jeweiligen Möglichkeiten eingesammelt“, berichten die Mieter*innen. Pro Jahr ergäben sich dadurch 16.590 Euro an zusätzlichen Mieteinnahmen. Leider vergeblich.

Vor der Gewobag hatte sich auch die Genossenschaft „Bremer Höhe“ bereit erklärt, das Vorkaufsrecht für den Mehringdamm wahrzunehmen – doch auch das scheiterte an den Finanzen, weil die Genossenschaft den Kaufpreis nicht stemmen konnte und der Senat nicht bezuschusste. „So bleiben für uns das Vorkaufsrecht und damit der Milieuschutz eine Utopie, die in der Praxis gescheitert ist“, schreiben die Mieter*innen enttäuscht. „Wir können diese Entscheidung einfach nicht nachvollziehen.“