Namen & Neues

Initiative kämpft für ihre grüne Innenhof-Oase in der Pintschstraße

Veröffentlicht am 16.09.2021 von Corinna von Bodisco

Die Initiative „Erhaltet unsere Grünen Friedrichshainer Innenhöfe“ kämpft bereits seit 2018 gegen ein Bauprojekt der landeseigenen WBM in der Pintschstraße. Eine grüne Innenhof-Oase mit über 50 Jahre alten Pappeln soll dabei 29 neuen Wohnungen auf einer Grundfläche von etwa 480 Quadratmetern weichen. 

„Wir fordern ein Moratorium des Bauprozesses und wollen, dass die Situation vor allem unter dem Aspekt des Klimaschutzes neu bewertet wird“, sagt Ursula Stauffer von der Initiative. Es habe keine Partizipation gegeben, die Anwohner:innen seien mit dem Bauvorhaben vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Laut Initiative leben viele Wildtiere im Innenhof, in einem Rondell nisten Igel. Die Bäume spenden Schatten, die unversiegelte Fläche gleiche Temperaturschwankungen aus. Die Pflege des Innenhofs würde von Anwohner:innen übernommen. 

Die Initiative sei „arg enttäuscht“ von der Politik, ihr Anliegen wurde trotz eines positiv beschiedenen Einwohnerantrags in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg abgelehnt. Im Februar 2019 brachten die Aktiven einen Einwohnerantrag mit dem Ziel einer Umweltprüfung des Bauvorhabens in die BVV. Dieser wurde samt Umweltprüfung beschlossen. 

Doch dann wurde die Prüfung aus finanziellen Gründen vom Haushaltsausschuss abgelehnt. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sagte der taz, die Prüfung hätte „keine Auswirkung auf die bestehende baurechtliche Situation an diesem Standort und den Rechtsanspruch der Bauherrin“ gehabt.

Kurzer Ortswechsel: Inzwischen wurde in Pankow das erste Wohnungsbauprojekt aus Klimaschutzgründen gestoppt. Der Bezirk und Anwohner*innen setzten sich im Nachverdichtungsstreit mit dem Berliner Senat und der landeseigenen Gesobau durch. Die Gesobau wollte ihr Wohnensemble an der Ossietzkystraße mit mehr als 100 Wohnungen nachverdichten und dafür die grünen Innenhöfe inklusive eines Spielplatzes teilweise bebauen.

Obwohl das (bisher) in Xhain nicht geklappt hat, geben die Anwohner*innen der Pintschstraße nicht auf. Notfalls werde man sich an die Bäume ketten. „Um den Erhalt von wichtigen Biotopen im hochgradig besiedelten und überhitzten Friedrichshain hat sich zu keinem Zeitpunkt jemand gekümmert“, sagt Stauffer und meint Senat, Bezirksamt und die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft.

13 Bäume müssen laut WBM gefällt werden, die Bauarbeiten seien für Ende 2021 geplant. Ein genaues Datum könne noch nicht genannt werden. Acht Bäume würden nach Abschluss der Bauarbeiten neu gepflanzt. „Darüber hinaus zahlt die WBM die üblichen Ausgleichszahlungen für Ersatzpflanzungen an anderer Stelle“, teilt ein Sprecher mit. 

Mit der Initiative stehe die WBM in Kontakt und habe auch zu einem weiteren Rundgang über das Gelände eingeladen, „um das Vorhaben nochmals zu erläutern“, heißt es. Etwa 25 Personen hätten bisher Interesse bekundet, daran teilzunehmen.

Termine: 

  • Die nächste Demonstration der Initiative findet am heutigen Donnerstag, 16. September, vor dem AGH Berlin statt.
  • Gespräch mit der WBM: Am 28. September steht laut Initiative die Infoveranstaltung mit der WBM an.

 

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