Namen & Neues
Wie viele Bezirksamts-Posten müssten die BVV-Fraktionen bekommen
Veröffentlicht am 30.09.2021 von Corinna von Bodisco
Künftig bekommen Berlins Bezirke sechs Bezirksamts-Posten, nicht fünf wie bisher. Über die neuen Ressortzuschnitte (1. Bürgermeister*in, 2. Bildung, 3. Öffentlicher Raum etc.) berichtete kürzlich mein Kollege André Görke (hier auf T-Plus lesen). Wer die Posten besetzen wird, steht offiziell noch nicht fest. Der oder die zukünftige Bürgermeister*in muss noch von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt werden und die Parteien der BVV-Fraktionen müssen zum Teil noch die Stadträt*innen nominieren.
Doch wie viele Posten die Fraktionen jeweils bekommen müssten, lässt sich schon durch das Berechnungsverfahren des belgischen Juristen Victor D’Hondt bestimmen. Ebenso die Verteilung der Mandate in der BVV basierte auf diesem Verfahren, auch Divisionsverfahren genannt. Die Stimmanteile der Parteien wird dabei (möglichst in absoluten Zahlen) in mehreren Schritten jeweils durch eine höhere Zahl dividiert, um auf die Sitzverteilung zu kommen.
Rechnet man das für Verteilung der Bezirksamts-Posten durch, sieht das so aus:
- Posten 1: Natürlich hatten die Grünen mit ihren 48.195 Stimmen (34,6 Prozent) das Anrecht auf den ersten Stadtratsposten.
- Posten 2: Bei den Linken reichen die 30.056 (21,6 Prozent) Stimmen für die zweite Position, denn wenn man das Ergebnis der Grünen durch zwei teilt, ist dies niedriger als das Ergebnis der Linken.
- Posten 3: Bei der SPD hat es für den dritten Posten allerdings nicht gereicht, weil die Hälfte der Grünen-Stimmen (24.097,5) größer ist als das Ergebnis der SPD (20.557 Stimmen, 14,8 Prozent).
- Posten 4: Die SPD bekommt aber den vierten Posten, weil 20.557 Stimmen mehr sind als das Grünen Ergebnis geteilt durch drei (16.065).
- Posten 5: Auch diesen Posten sichern sich die Grünen, weil ihr Stimm-Ergebnis geteilt durch drei (16.065) höher ist als das der Linken geteilt durch zwei (15.028).
- Posten 6: Bekommen die Linken, weil ihr Ergebnis geteilt durch zwei höher ist, als das der CDU (11.046 Stimmen).
Nach dieser Berechnung müssten die Grünen drei Posten, die Linke zwei und die SPD einen bekommen. Die Sprecher*innen der Fraktionen haben mir dies auch bestätigt. Nachhilfe in der D’Hondtschen Mathematik habe ich übrigens beim Kollegen Boris Buchholz genommen, der den Newsletter für Steglitz-Zehlendorf schreibt (hier können Sie den kostenfrei abonnieren, wie übrigens alle zwölf Bezirksnewsletter vom Tagesspiegel).