Namen & Neues

Lause bleibt!

Veröffentlicht am 03.02.2022 von Nele Jensch

Gute Nachrichten aus der Lausitzer Straße: Am Freitag vergangener Woche (28.1.) unterzeichnete die Genossenschaft „Eine für Alle“ einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Land Berlin für das Kreuzberger Gewerbe- und Wohnensemble „Lause“, wie die Initiative „Lause bleibt“ auf Twitter mitteilt. Für die Mieter*innen ist das eine großartige Nachricht: Sie hatten jahrelang dafür gekämpft, ihr Haus zu übernehmen, nachdem das Land Berlin es 2006 an den dänischen Investor Tækker verkauft hatte. Der wiederum wollte es knapp zehn Jahre später für 20 Millionen – rund das zehnfache des Kaufpreises – weiterveräußern.

Nun können die rund 170 Mieter*innen entspannter in die Zukunft blicken – ihr Engagement hat sich gelohnt. „Lause bleibt“ setzte Tækker und die Berliner Politik mit zahlreichen Aktionen unter Druck, seitdem die Verkaufspläne 2016 – zufällig – bekannt geworden waren. Das hat sich ausgezahlt: Der Investor erklärte sich dazu bereit, zu einem deutlich niedrigeren Preis als den angestrebten 20 Millionen an das Land Berlin (zurück) zu verkaufen, kolportiert werden 11 Millionen Euro. Der Rückkauf trat jedoch erst jetzt mit der Unterzeichnung des Erbpachtvertrags in Kraft.

Die „Lause“ ist eines der wichtigsten noch existenten linksalternativen Zentren im Bezirk. In dem Gebäudekomplex sind unter anderem das antifaschistische Bildungszentrum Apabiz, das Videoportal Leftvision, das Umbruch-Bildarchiv sowie der Verein Initiative Schwarzer Menschen Deutschlands ansässig. Auch ihr Verbleib ist für die nächsten 65 Jahre nun gesichert – für diesen Zeitraum wurde der Erbbaurechtsvertrag geschlossen. Mehr Hintergrund-Infos gibt es beim Neuen Deutschland und der taz.

 

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