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Mahnendes Gedenken: Arbeitsgruppe erinnert auf dem Dragonerareal an Zwangsarbeiter*innen

Veröffentlicht am 24.03.2022 von Corinna von Bodisco

Eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus wird am heutigen Donnerstag, 24. März, um 12 Uhr eine provisorische Infotafel auf dem Dragonerareal enthüllen. Das Areal ist ein fast fünf Hektar großes, ehemaliges Kasernengelände am Mehringdamm in Kreuzberg. Die Arbeitsgruppe ist Mitglied im Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V., dem Netzwerk „NS-Zwangsarbeit in der Tempelhofer Vorstadt“ (zwangsarbeit-berlin.de) und besteht aus Lothar Eberhardt, Eberhard Elefert und Gerda Lischke. 

Die Infotafel soll an die Zwangsarbeiter*innen der Adler-Werke erinnern – es waren mehr als 100 Menschen (tagesspiegel.de). Im Zeitraum 1933 bis 1945 war das Dragonerareal durch Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit geprägt. Zu den Firmen, die laut berlin.de nachweislich an der Rüstungsproduktion beteiligt waren, gehörten neben den Adlerwerken auch der „Karosseriebau Luisenstadt, Deutsche Benzinuhren, Mineralölbaugesellschaft, Karl Bender“. Weiterhin sei davon auszugehen, „dass alle auf dem Gelände ansässigen Betriebe Beteiligte der Rüstungsproduktion waren“. 

Auf der provisorischen Infotafel wird außerdem auf die Existenz von Zwangsarbeiterunterkünften in der Alten Reithalle hingewiesen. Ein Gutachten von der Schulz + Drieschner GbR belegte jedoch keinen eindeutigen Befund zu einer Zwangsarbeiterunterkunft. Aber: „Eine mögliche Lokalisierung ist aufgrund der Baubefunde das 1. OG der Alten Reithalle, genutzt durch die Adler-Werke“, heißt es auf berlin.de. 

Die Arbeitsgruppe wünscht sich, dass der provisorischen Infotafel eine offizielle Gedenktafel folgt und fordert das Landesdenkmalamt zu mehreren Prüfungen auf dem Gelände auf, u.a. zu einem vermuteten Splittergraben und dem Erhalt einer Putz-Signatur als Zeitzeugnis. 

  • Zugang zum Dragonerareal zum Enthüllungstermin: Obentrautstraße. 21 Ecke Ruhlsdorfer Straße
  • Infos der Arbeitsgruppe im Web: dragoner-denkmal-moderne.de.
  • Infos auf berlin.de zur Entwicklung des Dragoner Areals
  • Auch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum hat sich mit der Thematik Zwangsarbeit befasst, hier geht es zur Internetpräsentation „Zwangsarbeit in Friedrichshain und Kreuzberg 1938-1945“