Namen & Neues

Kritik am Wochenmarkt an der Markthalle Neun

Veröffentlicht am 06.10.2022 von Corinna von Bodisco

Ein Anwohner vom Lausitzer Platz schickte uns einen Aushang. Übertitelt ist dieser mit den Worten „Widerspruch gegen Ifd. Planung M9-Street-Food-Wochen-Markt“.

In acht Punkten wird dargelegt, warum ein solcher Wochenmarkt aus Sicht der Aushang-Ersteller:innen nicht gewünscht ist. „Unzumutbare zusätzliche Belastungen für die Anwohnerschaft und das Gewerbe im Einzugsgebiet“, „Lärm, Vermüllung, Verkehrschaos“, „Erreichbarkeit des Gewerbes nur noch sehr eingeschränkt möglich“ sind einige der Kritikpunkte. In Punkt 7 wird das Bezirksamt aufgefordert, das „Verfahren“ öffentlich zu machen und die Anwohner:innen einzubeziehen. 

Angst vor Gentrifizierung und Verkehrsberuhigung. Am Ende des Aushangs wird aufgefordert, den Widerspruch als Foto per E-Mail an Bezirksamt und Politiker:innen zu schicken, insgesamt werden acht E-Mail-Adressen aufgelistet. Eine Anfrage an den E-Mail-Kontakt („Für Kontakt zu Anderen, die gegen einen M9 Street-Food-Wochen-Markt“ sind), wer und wie viele Menschen den Aushang erstellt haben und der Bitte nach einem Statement blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Das Bezirksamt bestätigte auf Anfrage, dass aktuell eine Antragsvoranfrage für eine Markt-Erweiterung in der Eisenbahnstraße geprüft würde. „Die bestehenden zwei Marktstände am Samstag sollen um weitere vier Sondernutzungsflächen erweitert werden“, heißt es aus dem Fachbereich von Annika Gerold (Grüne). Dem Bezirksamt seien die oben genannten Aushänge bekannt. Die Anwohner:innen sollen informiert werden, sofern eine Genehmigung der Vorprüfung erfolge. „Über den Zeitpunkt kann noch keine Aussage getroffen werden.“

Das Thema wurde Ende September schon kurz bei der Bezirksverordnetenversammlung angesprochen. Der SPD-Verordnete Ahmet Iyidirli hatte gefragt, ob das Bezirksamt einen regulären Wochenmarkt in der Eisenbahnstraße plant. In der Sitzung antwortete Annika Gerold, Grüne, und wies darauf hin, dass ja schon ein Markt in der Eisenbahnstraße stattfindet und dafür öffentliches Straßenland genutzt wird. Das sei im damaligen Kaufvertrag so vereinbart worden. Aus Sicht der SPD-Fraktion sei zu befürchten, dass auch in der Eisenbahnstraße „ein hochpreisiger Markt für Tourist*innen geschaffen wird, anstatt Bedarfe für die Anwohnenden zu decken“. Ein bisschen erinnert der Aushang an den Streit um den Aldi, der aus der Markthalle weichen musste. Fortsetzung folgt.