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KI-Technik, breitere Radwege, "Thermicams" sowie berührungslose Taster: so soll der Verkehr am Strausberger Platz besser werden
Veröffentlicht am 15.02.2024 von Robert Klages
Der Strausberger Platz wird umgebaut: breitere Radwege, bessere Überquerungsmöglichkeiten sowie mehr Barrierefreiheit. Darunter leiden derzeit die Grünflächen: Eine der Wiesen besteht nur noch aus Matsch und Spuren von Autoreifen. An der Karl-Marx-Allee Ecke Lichtenberger Straße war mal Rasen, doch mit der Zeit hatte sich ein schmaler Weg gebildet, da die wenigsten Leute, die aus dem anliegenden U-Bahnausgang kommen, dem Gehweg um die Wiese herum folgen. Mit den Jahren wurde der Pfad immer breiter und die Wiese immer kleiner. Nun kamen die Umbaumaßnahmen dazu, ein Teil des Weges wurde abgesperrt und noch mehr Leute liefen und fuhren über die Wiese, von der nun nichts Grünes mehr zu sehen ist. Allerdings soll am Platz bald alles besser werden:
„Der Strausberger Platz zählt zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten innerhalb unseres Bezirks“, sagt Annika Gerold, Grüne Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung und Umwelt. Der „komplexe Kreisverkehr“ habe in der Vergangenheit leider nicht für alle Verkehrsteilnehmenden ausreichend Sicherheit gewährleisten können. Besonders für Radfahrende sei es schwierig, ohne Wartezeiten und sicher durch die Ampelschaltung zu kommen.

Der gesamte Kreuzungsbereich wird für Blinde, Geh- und Sehbeeinträchtigte barrierefrei ausgebaut. „Zudem werden die Radwege verbreitert und somit an das gestiegene Radverkehrsaufkommen angepasst“, wie es vonseiten der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt heißt. Die Arbeiten sind weitestgehend abgeschlossen und auch die Wege nicht mehr abgesperrt. Vielleicht wird die Wiese nun auch wieder etwas grüner.
Die Ampelmasten wurden versetzt und die Ampeln auf energiesparende LED-Technik umgestellt. Der Radverkehr erhält zur Verbesserung der Grün-Signalisierung ein eigenes Kamera-Erfassungssystem. Für den Fußverkehr werden in einem eigenen Pilotprojekt an allen Fußgängerampeln berührungslose Radartaster erprobt.
An den Ampeln muss also zukünftig nicht mehr gedrückt werden. Der Taster „schaut“ sich mittels Radar in seiner direkten Umgebung um, ob sich in seinem Umfeld eine Person befindet – und wenn diese näher herantritt, wird automatisch das Signal für eine Grünphase gestartet. „Unbehagen bei der Bedienung von Anforderungstastern gehört somit ab sofort der Vergangenheit an“, heißt es in der Produktbeschreibung des Herstellers. Der Anforderungsbereich kann eingestellt werden, von 10 bis 70 Zentimeter.
Die „ThermiCams“ oder auch „Thermis“ erkennen Verkehrsteilnehmer durch Wärmsensoren. Eine „Revolution in der Verkehrsüberwachung“, heißt es hier vom Hersteller: „Die fortschrittliche edge-basierte KI-Technologie ist in der Lage, mehrere Objekte ungeachtet der Lichtverhältnisse zu verfolgen, Kreuzungen effektiv zu steuern, schlechter geschützte Verkehrsteilnehmer zu schützen und detaillierte Verkehrsdaten für fundiertere stadtplanerische Entscheidungen zu sammeln.“ Willkommen in der Zukunft? Über die Straße gehen müssen wir aber weiterhin alleine.
- Foto: Robert Klages