Polizei

Vier schwer verletzte Radfahrende an einem Tag

Veröffentlicht am 03.05.2018 von Nele Jensch

Gleich vier Menschen wurden am Donnerstag vergangener Woche in Berlin schwer verletzt – durch Unachtsamkeit von Autofahrenden. Am Morgen fuhr ein Radfahrer gegen eine geöffnete Beifahrertür und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Der 48-Jährige war gegen 7.45 Uhr mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg der Straße Hallesches Ufer aus Richtung Wilhelmstraße kommend in Richtung Möckernstraße unterwegs. Auf einer Grundstücksausfahrt hielt ein Opel-Fahrer das Auto parallel zur Fahrbahn. Seine Mitfahrerin soll die Beifahrertür geöffnet haben, mit der der Radfahrer kollidierte und sich schwere Verletzungen zuzog.

Einen weiteren „Dooring-Unfall“ gab es gegen 15.40 Uhr in Mitte: Eine Radlerin prallte gegen die Fahrertür eines Mercedes, die der Fahrer zuvor geöffnet hatte. Die Radfahrerin war auf dem Radschutzstreifen unterwegs. Sie stürzte und erlitt Verletzungen an Kopf und Arm.

Etwa eine Stunde später kam es in Schöneberg zu einem Zusammenstoß zwischen einem 35-jährigen Autofahrer und einem 26-jährigen Radler. Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der Autofahrer bei Rot in den Kreuzungsbereich Martin-Luther-Straße/ Lietzenburger Straße eingefahren sein und den Radfahrer dabei erfasst haben. Dieser soll gerade dabei gewesen sein, auf dem Radweg in den Kreuzungsbereich einzufahren. Bei dem Unfall stürzte er auf die Motorhaube und prallte gegen die Windschutzscheibe des Renault und wurde dabei schwer verletzt.

Ein weiterer Unfall mit einem Radfahrer ereignete sich laut Polizeiangaben am Abend in Kreuzberg. Gegen 21.40 Uhr wollte der 36-jährige Fahrer seinen Land Rover auf der Oranienstraße rückwärts in eine Parklücke fahren. Dabei erfasste er eine 26-jährige Radfahrerin, die mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus kam.

Problematisches Abbiegen von Autos und Lastwagen zog im vergangenen Jahr nach Polizeiangaben 874 Unfälle nach sich, bei denen 4 Radfahrer getötet, 53 schwer und 657 leicht verletzt wurden. Die Polizei will Dooring-Unfällen nun vorbeugen, bei denen 2017 zwei Radfahrende getötet wurden, in 2018 bisher einer. Zur Vermeidung solcher Unfälle soll unter Autofahrenden der sogenannte holländische Griff bekannter werden: Dabei wird die Tür mit der rechten statt mit der linken Hand geöffnet – so macht man automatisch den Schulterblick, weil sich der Oberkörper dreht. Eine entsprechende Kampagne soll in den kommenden Wochen beginnen.