Kiezgespräch

Veröffentlicht am 28.06.2018 von Nele Jensch

Egal, mit welchen Verkehrsmittel Sie sich bevorzugt fortbewegen – wenn Sie in letzter Zeit auf der Hasenheide unterwegs waren, sind Ihnen die umfangreichen Bauarbeiten und die damit verbundene abenteuerliche Verkehrslenkung sicherlich aufgefallen. Vor allem mit dem Rad ist die Strecke ein Hindernisparcours: Aus Richtung Südstern kommend ist ein langes Stück Gehweg direkt vor dem Park zur Hälfte durch die Baustelle blockiert, Fußgänger*innen schieben sich, Radfahrende müssen auf die ohnehin verengte Fahrbahn ausweichen (nein, eine extra Radspur ist nicht eingerichtet).

Noch viel schwieriger ist die Lage jedoch in Gegenrichtung: Vom Hermannplatz kommend müssen die Radler*innen ein Stück Linksverkehr auf sich nehmen, was jedoch vielen nicht klar ist – kein Wunder, denn eindeutige Markierungen fehlen. „Es kommt immer wieder zu Fast-Zusammenstößen auch mit Fußgängern“ schriebt unserer Leserin Eva Siems, die das Ganze beobachtet hat. „Radfahrer aus Richtung Hermannplatz fahren wie gewohnt auf der rechten Seite geradeaus weiter Richtung Südstern, ohne auf den Gegenverkehr aus der Fichtestraße zu achten“, so Siems. Sie fordert, dass umgehend „drei bis vier deutlich sichtbare Pfeile“ eingerichtet werden müssten. Ein Fall auch für unseren #Gefahrenmelder, mit dem wir Gefahrenstellen im Stadtverkehr sammeln.

Siems machte sich die Mühe, die BVV-Fraktionen von dem Problem zu unterrichten – zumindest die SPD und die Grünen reagierten auf ihre Mails und versprachen, sich darum zu kümmern. Uwe Hübsch von der SPD sprach das Thema im Verkehrsausschuss an. Dort war man sich einig, dass die fehlenden Markierungen ein Problem darstellen. Auch Julian Schwarze, Sprecher der Grünen-Fraktion in der BVV, antwortete Siems und berichtete, dass das Bezirksamt in der Sitzung des bezirklichen „FahrRats“ bereits angekündigt habe, „entsprechende Pfeilmarkierungen zu machen“.

Ganz so könne man das nicht bestätigen, sagte mir Sara Lühmann, Pressesprecherin des Bezirksamts: „Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks hat die Verkehrslenkung Berlin (VLB) am 12. Juni um Prüfung einer Pfeilmarkierung zur besseren Orientierung gebeten“, so Lühmann. Das Bezirksamt selbst könne das Aufbringen einer Pfeilmarkierung jedoch nicht anordnen, da die Zuständigkeit bei der VLB liege. Diese wiederum spricht von einer „Einzelfalllösung“, so Carola Krause-Kirschke von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz – die zuständige Fachkollegin war leider bis Redaktionsschluss nicht wieder im Haus, um Auskunft über die Pfeilanbringung geben zu können.

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