Kiezgespräch

Veröffentlicht am 09.08.2018 von Nele Jensch

Das Geschäft mit Ferienwohungen in Xhain treibt immer absurdere Blüten: Nicht nur, dass bis Ende Juli gerade mal 105 Ferienwohnungen beim Bezirksamt als solche registriert wurden (wir berichteten), ganz Wagemutige weichen mittlerweile auf fahrbare Untersätze aus. Auf Airbnb wurde ein Wohnmobil „parked closed to Simon Dach, Revaler Str, streets full or bares, restaurants und clubes“ zum gemütlichen Urlauben angepriesen. Das zwar nicht sonderlich komfortable, dafür aber mit 17 Euro pro Nacht sehr günstige Angebot war begehrt, der August bereits nahezu ausgebucht.

Nach diversen (Social-Media-)Berichten wurde das Bezirksamt auf das Angebot aufmerksam. Der Vermieterin drohen nun Bußgelder für die Ordnungswidrigkeit, denn das Übernachten in Fahrzeugen im öffentlichen Straßenland, das nicht zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient, gilt als Sondernutzung und muss genehmigt werden. „Eine solche würden wir als Behörde nie genehmigen, daher liegt in diesem speziellen Fall auch keine vor“, sagte Pressesprecherin Sara Lühmann auf Nachfrage.

Auf Airbnb ist das Wildcamping-Inserat seit vergangenem Wochenende nicht mehr zu finden, aber auf Facebook können Sie sich den ganzen Irrsinn noch mal ansehen – Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann bezeichnete das Angebot dort als „wirklich unverfroren“. Die Anwohnenden dürften froh sein, dass das Party-Mobil weg ist, aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende, denn auch Airbnb drohen Konsequenzen: „Hier sind sie eindeutig Vermittler eines illegalen Geschäfts“, so Ordnungsstadtrat Andy Hehmke (SPD). Wer glaube, wegen der Beschränkung bei der Vermietung von Wohnungen auf das öffentliche Straßenland ausweichen zu können, solle wissen, dass er damit nicht durchkomme; Airbnb werde Post von ihm bekommen. Das Caravan-Angebot sei „ein weiterer dreister Versuch, Geld auf Kosten der Allgemeinheit zu machen, sowohl von Seiten der Fahrzeughalterin als auch von Airbnb“, so Hehmke.

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