Kiezgespräch

Veröffentlicht am 24.09.2020 von Corinna von Bodisco

Dritter Protest für eine verkehrsberuhigte Katzbachstraße. Am „Autofreien Tag“ war die über 70 Dezibel laute Straße um 16.30 Uhr plötzlich still (Video hier). Familien breiteten in den dafür markierten Kreidekreisen an der Ecke Monumentenstraße ihre Decken auf dem Asphalt aus, Kinder spielten. Bereits zum dritten Mal veranstalteten Aktive der Anwohner*inneninitiative, der Initiative Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg und des ADFC ein Protestpicknick für eine Verkehrsberuhigung der Katzbachstraße.

Ziel: Fahrradstraße ohne Durchgangsverkehr. Über den Einwohner*innenantrag „Viktoriakiez für Menschen statt Durchgangsverkehr mit Katzbachstraße als Fahrradstraße“ sollen bis Dezember 1000 Unterschriften von Nachbar*innen mit Wohnsitz in Friedrichshain-Kreuzberg gesammelt werden. Obwohl die Straße an der Bezirksgrenze liegt, sind die Unterschriften von Schöneberger und Tempelhofer Nachbar*innen für den Antrag nicht gültig. Seit dem 19. September seien aber schon über 100 Unterschriften zusammen gekommen, sagt Beate Mücke vom ADFC.

Von der Haupt- zur Nebenstraße. Es gebe zu viele Hauptstraßen in Berlin, das habe auch schon der Senat bemerkt und berate in einer AG, „wie mehr Hauptstraßen zurückgestuft und Nebenstraße werden können“, berichtet Mücke. „Der Bezirk hat auch schon ein Gutachten für die Zossener Straße in Auftrag gegeben und die Katzbachstraße mit reingenommen.“ Das zweistündige Picknick war gut besucht, über 100 Leute – Maske tragend – kamen zusammen. Dem Vorhaben sollte also gar nicht so viel im Weg stehen, außer ein paar Lastwagen.