Kiezgespräch
Veröffentlicht am 25.03.2021 von Corinna von Bodisco
Ärger um Toilettenhaus am Paul–Lincke–Ufer. Anwohner*innen und Mitstreiter*innen der Initiative „Reichenberger Kiez für Alle“ sind sauer: ziemlich nah an ihren Wohnzimmerfenstern soll zwischen der Ecke Paul-Lincke-Ufer/ Forster Straße und dem Boule Platz ein Toilettenhäuschen gebaut werden.
„Wir sind etwas verzweifelt, weil die Anwohner so gar nicht einbezogen wurden“, erklärt Sylvia Langenfeld von der Initiative.
Das Häuschen wurde laut Langenfeld ohne Absprache einfach gebaut. Dabei hätten sich die Anwohner*innen im Frühsommer 2020 an das Büro der Grünen gewendet und auf die Müll-, Urin- und Lärmsituation am Platz hingewiesen. Danach habe man sich auch an das Bezirksamt gewandt. „Wir wollten uns mit dem Bezirk zusammensetzen, um Lösungen für alle Problempunkte zu finden“, berichtet Langenfeld. Auch eine Wildblumenwiese war auf dem Platz angedacht – dort, wo nun das Toilettenhaus gebaut wird. Doch stattdessen wurde einfach das Häuschen gebaut. Langenfeld vermutet, dass deswegen die Geruchs- und Lärmbelästigung erhöht wird.
Das Straßen- und Grünflächenamt informierte die Initiative, dass der Standort im Rahmen des vom Senat durchgeführten Programms zur Verbesserung der Versorgung der Bürger*innen mit öffentlichen Toiletten vor Monaten mit der Firma Wall abgeschlossen wurde. Die Standortwahl sei auf den „von der Öffentlichkeit geäußerten Wunsches einer öffentlichen Toilette in diesem Bereich“ erfolgt. Ein Baustopp sei zum jetzigen Zeitpunkt wegen der hohen Zusatzkosten nicht möglich.
Das klingt zunächst mal hoffnungslos, doch vielleicht tut sich noch etwas. Anlässlich der Bezirksversammlung am Mittwochabend stellte die SPD-Verordnete Sevim Aydin eine Mündliche Anfrage: „Könnte die öffentliche Toilette in der Nähe an einer anderen Stelle gebaut werden?“. Die Antwort steht noch aus.