Kiezgespräch

Veröffentlicht am 29.04.2021 von Corinna von Bodisco

Umbenennung Kreuzberger Wein in „01001011“. Kennen Sie den Weißwein „Kreuz-Neroberger“ und den Rotwein „Kreuz-Ingelberger“, dessen Reben auf dem Kreuzberg wachsen? Die Weine sollen einen neuen Namen bekommen, nämlich den Buchstaben K von Kreuzberg als Binärcode „01001011“. So beschloss es das Bezirksamt in einer Sitzung Mitte April, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beorderte das zugehörige Schriftstück zur weiteren Beratung in Ausschüsse.

Die bisherigen Namen verweisen auf die hessischen Partnergemeinden Wiesbaden und Ingelheim, die dem Bezirk 1968 die Reben schenkten. Der Bezug auf die ursprüngliche Herkunft des Weines widerspreche jedoch den geltenden Bestimmungen.

„Wo die Digitalisierung ihren Anfang nahm“. Auf dem Grundstück Methfesselstraße 10, wo die Reben wachsen, erfand Konrad Zuse den ersten binären Digitalrechner, den Z3. Mit dem neuen Namen der Weine werde „der Bezug zur Kreuzberger Geschichte und der digitalen Gegenwart hergestellt“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Bezirksverordnetenversammlung.

Nachhaltige Herstellung. Eine weitere Neuerung: Für den Ausbau und die Abfüllung des Weines wird der Kreuzberger Wein seit 2020 nicht mehr nach Wiesbaden und Ingelheim transportiert, sondern zum Weingut „17morgen“ in Dobbrikow in Brandenburg. Damit sollen die langen Transportwege vermieden werden.

Der Deal: Das Team von „17morgen“ kümmert sich um die Pflege und die Ernte in Kreuzberg sowie den Ausbau und die Abfüllung des Weines in Brandenburg. Auch die Vermarktung soll künftig das Brandenburger Team übernehmen, sobald dafür eine UG oder Genossenschaft gegründet wurde. Der Bezirk erhält weiterhin einen Teil der abgefüllten Weine zur eigenen Verwendung. Das verlangt doch fast schon nach einem Herstellungs-Report (etwa: mit „01001011“ vom Kreuzberg nach Brandenburg) – ich zücke schon mal den Kalender.

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+++ Und das sind die Themen der Woche:

  • Gesamter Lausitzer Platz frei für Fußverkehr
  • Bezirk gewinnt Deutschen Fahrradpreis für Pop-Up-Radwege
  • Neues aus der BVV: Viktoria- und Reichenbergerkiez bald ohne Durchgangsverkehr?
  • Markthalle Neun-Zoff: Vorkaufsrecht für das Nachbargrundstück und Offene Briefe
  • Lobby für junge Menschen – Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro im Interview
  • Preview zum analogen 1. Mai
  • BVV stellt sich gegen wöchentliche „Querdenker“-Demos in Kreuzberg
  • Unterstützungs- und Spendenmöglichkeiten für den Buchladen Kisch & Co.
  • Umbenennung Kreuzberger Wein in „01001011“: Was steckt hinter den Ziffern?
  • Beratung und Fördermittel zur Hofbegrünung
  • Podcast über Ziellosigkeit mit Feldforschung am Hermannplatz oder im Görli
  • Medienkompetenz-Weiterbildung für Frauen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen