Nele Jenschs Tipp für Sie

Veröffentlicht am 19.03.2020

Was kann man noch außerhalb der Wohnung tun in Zeiten der Seuche? Spazieren gehen! Charité Chef-Virologe Christian Drosten empfiehlt den Aufenthalt im Freien sogar: Virus-Tröpfchen seien nur eine kurze Zeit in der Luft und fielen dann zu Boden. „Es ist nicht so, dass man sich beim Spazieren gehen, wenn man sich begegnet, infiziert“, so Drosten in seinem (unbedingt hörenswerten) NDR-Podcast.

Und wo kann man am schönsten Flanieren? Na, am Ufer von Berlin-Kreuzberg! Klar, den Urbanhafen kennt natürlich jeder – aber wann haben Sie zum letzten Mal so ganz bewusst eine Runde drum herum gedreht?

Ich jedenfalls bin großer Fan: Das trauerweidengesäumte Becken hat etwas Magisches an sich, sogar im tristesten grau-in-grau-Wetter gelingt es dem Urbanhafen, nach malerischem Sonnenuntergang auszusehen (und nicht mal die architektonische Todsünde des Urbankrankenhauses kann ihn entzaubern).  

Ich sitze am liebsten auf der Nordseite, wo man die Beine über den Landwehrkanal baumeln lassen und bei einem Sundowner (selbst mitzubringen) darüber nachdenken kann, warum man wirklich nirgendwo anders wohnen möchte als in Berlin, selbst in Krisenzeiten wie jetzt. Und sehen Sie es positiv: Normalerweise sind die Ufer des Urbanhafens spätestens im etwas fortgeschritteneren Frühling von Touristenscharen belagert, jetzt hat man ihn fast ganz für sich allein. Einmal über die Admiralsbrücke hin und über die Baerwaldbrücke zurück, danach lässt sich das Zuhause-Rumhängen gleich viel besser ertragen. – Text: Nele Jensch
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