Nachbarschaft

Veröffentlicht am 28.06.2018 von Nele Jensch

Olaf Dähmlow ist Inhaber des Yorckschlösschens und seit 15 Jahren künstlerischer Leiter des Bergmannstraßenfestes, das am Wochenende vom 29.6. bis zum 1.7. stattfindet.

Sie haben aus dem Bergmannstraßenfest ein Jazzfestival gemacht, das mittlerweile in der Szene auch international bekannt ist. War es anfangs schwierig, Künstler*innen für das Fest zu begeistern?

Es war überhaupt nicht schwer, weil Berlin über eine unglaubliche Fülle an tollen Jazzbands verfügt und ich durch meinen Betrieb ohnehin die besten Kontakte in die Szene habe.

Ja, Sie haben vor fast 35 Jahren das Yorckschlösschen gekauft und aus einer ehemaligen Schmuddelkneipe eine der beliebtesten Musikbars der Stadt gemacht. Wie ist Ihnen das gelungen?

Kontinuität im Wollen und ein persönliches Anliegen waren vorhanden. Die Anfangsschwierigkeiten dürften inzwischen überwunden sein. Allerdings ist man nie am Ziel, sondern immer am Anfang, weil man sich ständig neuen Gegebenheiten anpassen muss. Möglicherweise stehen wir also kurz vor dem Durchbruch. Publikumsorientiert sollte man auch sein und teamfähig – und nicht alles zu ernst nehmen.

Das musikalische Spektrum beim Bergmannstraßenfest ist groß und reicht von Jazz über Elektro bis Samba und Reggae. Ist das Fest auch ein Zeichen für ein friedliches, multikulturelles Miteinander?

Auf jeden Fall! In der Musik geht man nicht nach Hautfarbe, Politik oder Religion sondern fragt nach der Tonart, in der gespielt wird.

Der Eintritt zum Bergmannstraßenfest ist frei – wie wird es finanziert? Und spielen die Künstler*innen umsonst?

Die Künstlerinnen und Künstler erhalten selbstverständlich alle eine Gage. Wir sind frei finanziert, ohne jegliche Zuschüsse, und finanzieren das Fest hauptsächlich durch die Standvermietungen. Unser Konzept stimmt einfach.

Fünfzig Bands auf drei Bühnen, dazu jede Menge Theater, Tanzvorstellungen und unzählige andere Stände – das klingt nach einer Menge Organisationsarbeit. Wann fangen Sie an, das alljährliche Bergmannstraßenfest zu planen?

Über Mangel an Arbeit können wir uns nicht beklagen, zumal die Kosten im Zaum gehalten werden müssen und wir deshalb vieles selbst machen. Die Vorarbeiten und Planungen beginnen im Oktober.

Was ist dieses Jahr Ihr persönliches Highlight beim Bergmannstraßenfest? 

Das schöne Wetter, das tolle, gut gelaunte Publikum und zwischendurch eine schöne Bratwurst. Alle Bands und Gruppen sind super und ich schaue und höre mir alle an.

Mehr zum Bergmannstraßenfest lesen Sie auch in unserem Tipp weiter unten. Und wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-n.jensch@tagesspiegel.de

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