Nachbarschaft
Veröffentlicht am 20.12.2018 von Nele Jensch

Luise Beier (32) und Jonathan Scheer (34) leiten gemeinsam seit über 7 Jahren die diakonische Kinder- und Jugendeinrichtung Breakout in der Bergmannstraße. Kinder- und Jugendliche können hier mehrmals die Woche vorbeischauen, wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben brauchen oder sich mit ihren Mitschülern die Zeit vertreiben wollen. Seit April dieses Jahres gibt es zudem das Breakout Café, in dem Jugendliche und Geflüchtete, denen der Berufseinstieg schwer fällt, zunächst ein paar Monate arbeiten.
Was ist die Idee des Breakout Cafés?
Luise: Unsere Bildungsarbeit im Breakout richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche im Schulalter. Viele begleiten wir bis zum Abschluss. Trotz all der Betreuung schaffen manche den Abschluss leider nicht oder nur gerade so. Die kommen dann zu uns und sind ratlos, was den Berufseintritt angeht. Da haben wir gemerkt, dass wir gerne auch über die Schulzeit hinaus helfen möchten. So entstand die Idee für das Breakout Café. Hier können Jugendliche mehrmonatige Praktika machen und so erste Erfahrungen sammeln.
Jonathan: Uns war von vorneherein klar, dass wir hier ein echtes Café eröffnen möchten, damit die Jugendlichen auch den tatsächlichen Gastronomiealltag kennen lernen. Sie arbeiten als Barista, kümmern sich ums Lagern und sind auch mal fürs Management verantwortlich. So bieten wir eine erste Qualifizierung für den Arbeitsmarkt. Neben den Jugendlichen arbeiten auch Geflüchtete bei uns, die ebenfalls noch einen Zugang zum Arbeitsmarkt suchen.
Warum ist das Breakout so wichtig für den Kiez?
Jonathan: Wir sind sehr gut vernetzt in Kreuzberg. Dazu gehören Kooperationen mit den naheliegenden Schulen, sowie die Mitgliedschaft in einigen Ausschüssen und der Austausch mit Organisationen. Dadurch können wir uns zum einen für die Belange der Kinder- und Jugendlichen einsetzen, und zum anderen wird so unser Angebot immer beliebter. Entweder die Lehrer oder Nachbarn empfehlen das Breakout oder auch die Kinder untereinander. Wenn ein Kind Probleme im Unterricht hat, erzählt eine Mitschülerin vielleicht mal vom Breakout, weil dort bei den Hausaufgaben geholfen wird. Und so wissen immer mehr von uns.
Luise: Und durch das Café können unsere Nachbarn uns jetzt direkt unterstützen! Wer seinen Kaffee bei uns trinkt und nicht bei einem der anderen Cafés in der Bergmannstraße, tut was Gutes. Alle Gewinne fließen direkt in die Sozialarbeit des Breakout.
Interview und Foto von Corinna Cerruti.
Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-n.jensch@tagesspiegel.de