Nachbarschaft

Veröffentlicht am 28.03.2019 von Corinna von Bodisco

Ende 2018 gegründet, ist „startthinking.now“ eine nigelnagelneue Initiative, die Denkanstöße für Mülleinsparung und Plastikvermeidung geben möchte. Ich habe den 22-jährigen Gründer, Maximilian Niebel, beim Clean-Up“ im Viktoriapark getroffen.

Die Idee für eure Initiative ist an der Nordseeküste entstanden. Wie kam es dazu? Für einen Spaziergang am Strand hat meine Freundin einfach mal einen Beutel mitgenommen, um den Müll aufzusammeln, der uns begegnet. Wir sammelten so viel, dass wir den Beutel des Öfteren ausleeren mussten. Das hat uns sehr überrascht, denn auf den ersten Blick schien alles eher sauber zu sein. Wenn man aber genauer hinschaut, findet sich plötzlich sehr viel Müll: Teile von Fischernetzen, Rasierer, Luftballons und so weiter. Nach diesem Erlebnis haben wir nach Möglichkeiten gesucht, um auch zu Hause Müll zu beseitigen. Meist gibt es nur punktuelle Aktionen, deswegen haben wir das selbst in die Hand genommen und startthinking.now ins Leben gerufen.

Was sind Eure Ziele? Wir möchten Berlin und vielleicht irgendwann auch andere Städte sauberer machen. Ein anderes Ziel unserer Clean-Ups ist es, auf Vermüllung aufmerksam zu machen. Es braucht ein Bewusstsein dafür, wie viel Abfall wir produzieren und wie man ihn richtig entsorgt. Viel wäre erreicht, würde jeder seinen Müll aus den Parks wieder mitnehmen oder gar nicht erst so viel Plastikverpacktes kaufen. Wir möchten einen Beitrag zum Schutz unserer Erde leisten – damit alle die Natur noch lange genießen können.

Was passiert bei euren Park-„Clean-ups“ und welche Werkzeuge habt ihr dabei? Wir treffen uns an einem vereinbarten Ort, sammeln in Gruppen den Müll auf und entsorgen ihn. Dafür haben wir uns Unterstützung bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) geholt, die uns netterweise Zangen und Handschuhe zur Verfügung gestellt hat (über die Plattform „Kehrenbürger“, Anm. d. Red.). Nach dem Aufsammeln kommen wir wieder zusammen und tauschen uns über unsere Funde und die Frage, welcher Müll wie hätte vermieden werden können, aus. Durch den Kontakt mit Leuten, denen das Thema Müllvermeidung ebenso am Herzen liegt wie uns, bekommen wir viele neue Inspirationen.

Mitte März wolltet ihr im Gleisdreieckpark aufräumen. Wie war das im Vergleich zum Viktoriapark? Vor einem Clean-Up checken wir schon vorher die Lage und gehen einmal durch den Park. Dabei ist uns aufgefallen, wie sauber der Gleisdreieckpark ist. Auf den Wiesen und Wegen war kein Müll zu entdecken, nur Vereinzeltes in den Büschen. Diese Abschnitte dürfen jedoch nicht betreten werden. Kurzum: Wir waren positiv überrascht, wie sauber es dort ist und haben entschieden, stattdessen im Viktoriapark weiter aufzuräumen. Das letzte Mal war es dort selbst nach unserem Clean-Up noch dreckig.

Wer macht mit bei den Aufräumaktionen? Viele unserer Freunde und Familien sind dabei, einige andere Leute wurden durch Facebook und Instagram auf uns aufmerksam. Die beiden letzten Male waren wir eine Gruppe von 15-20 Leuten, von Kindern bis zu meinem Opa.

Wann und wo findet das nächste Clean-up statt? Voraussichtlich am 14.04. Welchen Park wir uns als nächstes vornehmen, ist noch nicht klar. Das steht bald auf unserer Website startthinkingnow.de, Facebook und Instagram. Schaut gern vorbei!

Foto: startthinking.now

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.bodisco@tagesspiegel.de

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