Nachbarschaft

Veröffentlicht am 29.08.2019 von Nele Jensch

Ein Jahr ist es her, dass Komödiantin Marga Bach im früheren Kabarett „Charly M.“ in der Karl-Marx-Allee das Berliner MundArt und Comedy Theater „Berliner Schnauze“ eröffnete. Das kleine Theater unterhält seine Gäste seither in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy, Musik, Tanz und Gesang mit Berliner Herz und Schnauze. Wie kommt das Dialekt-Kunst-Experiment beim Publikum an – und um was geht es Bach und ihren Kolleg*innen noch?

„Wir sind wirklich gut angenommen worden. Der Berliner Dialekt ist schon etwas, was wirklich anzieht. Selbstverständlich gern von den Berlinern, und das war auch Ziel unseres Vorhabens, aber genauso von Touris aus dem kompletten deutschsprachigen Raum. Auch der deutschen Sprache mächtigen Interessierten anderer Länder konnten wir das Gefühl geben, dass der Berliner frech und herzlich ist. Wichtig ist uns, den Berliner Dialekt mal wieder in den Fokus zu rücken, besonders angesichts der vielen anderen Dialekte und Akzente, die wir überall hören. Wir haben etwas Besonderes: Charme, Frechheit, große Schnauze und Herzlichkeit auf besondere Art – in einem Dialekt, der aus so vielen Sprachen entstanden ist.

Nun feiert das Baby mit der großen Schnauze den ersten Geburtstag. Ein Mixprogramm mit all den Schauspielern und Sängern, die bis Ende des Jahres zu sehen sein werden. Ausgewählt lustige Szenen und Lieder werden garantiert für tolle Stimmung sorgen. Nach der Show laden wir alle noch uff ’ne Molle und ’ne Bowle oder Prickelwasser ein. Als Jeburtstagsjeschenk an unser Publikum haben wir einen besonderen Programmpunkt: Ein Trio mit Akkordeon und Gitarre, die zum Mitmachen auffordern, stellen sich vor, denn sie werden ab 29. September an jedem letzten Sonntag eines Monats „Jemeinsamet Jetreller“ anstimmen. Alle, die Lust haben, dabei zu sein – ob mit oder ohne Stimme, mit oder ohne Begleitung, mit oder ohne Altersangabe – sind herzlich gesehen. Wir reichen Kaffee und Kuchen und Schmalzstullen. Na wenn dit nischt is. Also macht euch uff de Socken.

Wir freuen uns selbstverständlich über jeden, der Lust hat, auch die anderen vielfältigen Programme zu sehen, um mit juter Laune denn och wieder nach Hause zu stiefeln. Auch Gutscheine und der Vorverkauf für Weihnachten und Silverster laufen und sind schon zu 50 Prozent vorbestellt. Dit is doch och Ausdruck für unsere Akzeptanz und unseren juten Ruf.“

Jetzt sind Se neujierig jeworden wa? Die „Berliner Schnauze“ finden Sie in der Karl-Marx-Allee 133, Vorstellungen gibt es von Mittwoch bis Samstag jeweils um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr (Einlass jeweils um 18 Uhr);  den Spielplan finden Sie hier. Alle Karten kosten 24 Euro (keine Ermäßigungen) und können hier, an allen Theaterkassen oder unter 030/4202043 bestellt werden. Das Theater ist barrierefrei.

Foto: Jean Molitor

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-n.jensch@tagesspiegel.de