Nachbarschaft
Veröffentlicht am 19.03.2020 von Nele Jensch

Lina Friedemann, geboren am 12.4.1875, wurde 1942 von den Nationalsozialist*innen ermordet. Vor ihrer Deportation lebte sie in der Oranienstraße – ihr Stolperstein ist der erste, der in Berlin verlegt wurde.
„Hier wohnte Lina Friedemann – Jg. 1875 – Deportiert am 15.08.1942 nach Riga.“ steht auf dem Stolperstein in der Oranienstraße 158, der am 2. Mai 1996 als erster Stolperstein in Berlin verlegt wurde. Hier lebte Friedemann mit ihren Geschwistern Willy, Ella und Sophie in einer Vier-Zimmer-Wohnung, bis sie gemeinsam mit ihrem Bruder deportiert und beide noch am Tag ihrer Ankunft ermordet wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten ihre Schwestern Selma, Ella und Sophie angesichts der drohenden Deportation bereits Suizid begangen.
Zur Welt kam Friedemann in Posen als Tochter von Friederike und Aron Friedemann zur Welt. 1891 zog sie nach Berlin und machte dort eine Ausbildung zur Wirtschafterin. Sie war nie verheiratet, zog aber ihren Neffen Erich Friedemann seit seinem 1. Lebensjahr bei sich auf. Von Friedemanns Geschwistern überlebten nur die Brüder Bruno und Sigismund den Holocaust. Auch ihrem Neffen Erich gelang im April 1939 die Emigration. – Foto: OTFW/CC BY SA 3.0
In Zeiten der Pandemie lassen sich die Berliner Stolpersteine übrigens auch digital erkunden: An welchen Orten Berlin die Opfern der Nazidiktatur gedenkt, hat der Tagesspiegel in einer interaktiven Karte aufgearbeitet. – Text: Nele Jensch
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