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von Robert Klages

Veröffentlicht am 04.06.2018

Konzept für ein Baugrundstück im Kaskelkiez gesucht: Rund 700 Quadratmeter in der Türrschmidtstraße 32 und 32A sollen umgebaut werden: 50 Prozent Wohnraum, 50 Prozent Ateliers. Es gehört der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Diese sucht nun gemeinsam mit dem Bezirksamt ein Konzept für ein Wohn-, Kunst- und Kulturgebäude. Ziel ist es, ein Erbbaurecht über 60 Jahre zu vergeben an genossenschaftlich organisierte Gruppen, Baugemeinschaften, Baugruppen, Kulturvereine, Künstlergemeinschaften oder Träger, die soziale, gemeinnützige oder interkulturelle Projekte fördern.

„Konzeptverfahren können wirksame Maßnahmen sein, um bezahlbaren und zugleich bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen, soziale Projekte umzusetzen oder ein breites Spektrum an kulturellen Angeboten bereitzustellen“, schreibt das Bezirksamt dazu. Den Zuschlag würden nicht etwa die Meistbietenden erhalten, sondern die Bietenden mit dem besten Nutzungs- und Bebauungskonzept. Der angebotene Erbbauzins spiele bei der Vergabe nur eine untergeordnete Rolle. BM Michael Grunst wünscht sich ein Konzept, „das diejenigen mitdenkt, die sich steigende Mieten nicht leisten können, für den Kiez aber unerlässlich sind.“ Das Konzeptverfahren sei eine Möglichkeit, sozial orientierten Visionen Raum zu geben. Geld spielt natürlich schon eine Rolle. Die BIM selbst schreibt zum Konzeptverfahren: „Der Zuschlag erfolgt an das wirtschaftlichste Angebot aus Konzept und angebotenem Erbbauzins.“

Der Marktwert liegt bei 590.000 Euro. Angebote können noch bis zum 31. August (10 Uhr) bei der BIM eingereicht werden. Auch diese sagt, das entscheidende Kriterium sei die Qualität des Nutzungskonzepts, „das im Idealfall das Potenzial hat, die Attraktivität des Standorts zu stärken“. Das Land möchte die Eigentümerfunktion nicht selbst ausüben, sondern „lediglich die künftige Nutzung mitbestimmen“. Die Belastung des Erbbaurechts mit Hypotheken, Grund- oder Rentenschulden, Reallasten oder Dauerwohnrechten bedürfen der vorherigen Zustimmung des Eigentümers (Liegenschaftsfonds Berlin GmbH & Co. KG.). Einer Belastung des Grundbuchs bis maximal 60 Prozent des Marktwertes des Erbbaurechts wird in der Regel zugestimmt. Wer mehr darüber erfahren möchte, schaut auf bim-berlin.de. Dort findet sich auch ein Exposé zur Türrschmidtstraße.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel. Schreibt ihm bei Anregungen, Kritik, Wünschen, Tipps bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ansonsten ist er auch auf FacebookTwitter und Instagram zu finden.

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