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von Robert Klages

Veröffentlicht am 24.08.2020

die Howoge will ein weiteres Wohnhaus in Lichtenberg bauen – 15 Geschosse in der Salzmannstraße 34. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat bereits grünes Licht gegeben und einen Baubescheid erteilt. Das Bezirksamt Lichtenberg will den Bau jedoch verhindern. Die Gegend sei infrastrukturell nicht ausgelegt für ein weiteres Wohnhaus in dieser Dimension.

„Ich gehöre zu denen, die sagen, ich will das da nicht“, sagte Baustadtrat Kevin Hönicke (SPD) am Donnerstag. Allerdings habe die Senatsverwaltung ihr OK gegeben, da könne der Bezirk nichts mehr machen. Er appelliert daran, dem Senat und der Howoge zu schreiben, damit das Projekt wieder gestoppt werden kann. Er werde sich an den neuen Senator für Stadtentwicklung, Sebastian Scheel (Linke) wenden, dass es da eine Veränderung gibt.

Der Baubescheid der Senatsverwaltung lasse den Bau eines Wohnhauses mit 15 Geschossen zu, so Hönicke. Der Bezirk sehe diese hohe Verdichtung kritisch. Die Senatsverwaltung habe sich bei der Genehmigung nicht an der Höhe der umliegenden Bauten orientiert. Es soll auch eine Turnhalle errichtet werden, aber nicht alle Fragen seien geklärt. Die neuen Mieter*innen würden ja Autos mitbringen, und da wisse man kaum mehr, wo diese parken sollen.

Die Howoge habe allerdings großen Druck, Wohnraum zu schaffen, so Hönicke weiter. Rechtliche Schritte könne der Bezirk nicht vornehmen, da eine Entscheidung der Senatsverwaltung für den Bezirk zu akzeptieren sei. Auch wolle er keine Streitigkeiten mit der Howoge, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft sei ein wichtiger Partner. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Bebauung, aber es ist doch zu massiv, zu viel, was dort entsteht.“

Robert Klages ist freier Journalist beim Tagesspiegel. Schreibt ihm bei Anregungen, Kritik, Wünschen, Tipps bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ansonsten ist er auch auf FacebookTwitter und Instagram zu finden. Satirische Kurzgeschichten von ihm könnt ihr auf robert-klages.de lesen.