Kiezkamera

Veröffentlicht am 18.06.2018 von Robert Klages

Das ist der Blick aus der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete des Unionhilfswerks in der Konrad-Wolf-Straße. Dort hat BM Michael Grunst am Donnerstag das monatliche Pressefrühstück austragen lassen. „Bei Kaffee und Brötchen“ wurde über allerlei Themen informiert. Fotos. Direkt neben der Unterkunft befindet sich obiges Gebäude. Einige Geflüchtete erinnert dieses wohl an ihre zerstörte Heimat Syrien, berichtet die Leiterin der Unterkunft. Familien, die ihre Zimmer mit Fenster mit Blick auf das leerstehende und verfallende ehemalige Kongresszentrum haben, baten um ein Zimmer mit Blick zur anderen Seite. Bis die Ruine abgerissen wird, könnte es noch etwas dauern.

Laut Grunst ist das Gelände im Privatbesitz. Erst 2019 sollen dort Büroräume und Wohnungen entstehen – ebenso, wie auf der anderen Straßenseite hinter dem Gebäude: Dort ist das ehemalige Gelände des Busbahnhofes – verlassen und zugewachsen. Doch auch diese Fläche ist in der Hand privater Investor*innen. Für 2019 dann jedoch sind auch dort über 100 Wohnungen geplant, so Grunst. „Wir können die Investoren nur drücken und sonst nichts machen“, sagt er. Aber: „Die Flächenknappheit zwingt die Investoren zu handeln.“

455 Geflüchtete leben derzeit in der Unterkunft auf acht Etagen. Menschen aus 20 Nationen, die meisten (190) aus Syrien, es folgen Afghanistan (88) und Irak (66). 429 Bewohner*innen leben im Familienverbund, 31 sind „Alleinreisende“ – so wie der 24-jährige Ali aus Bagdad, den wir in seinem Zimmer begrüßen konnten. Er sucht derzeit einen Job als Koch (Wer einen Job für ihn hat, gerne bei mir melden, ich kann vermitteln.)

Foto: Robert Klages

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