Kultur

Kunsthalle in Lichtenberg: Kunstsammler Haubrok will Stadträtin Monteiro umstimmen

Veröffentlicht am 13.08.2018 von Robert Klages

Am 21. August wird ein Runder Tisch zur Herzbergstraße stattfinden. Barbara und Axel Haubrok, Initiator*innen der Fahrbereitschaft, werden auch teilnehmen. Sie würden dort gerne eine Kunsthalle errichten, dürfen dies aber nicht, da es sich um ein Gewerbeschutzgebiet handeln. Daher dürfen dort auch keine Ausstellungen mehr stattfinden. Hintergründe hier und hier und hier.

Haubroks wollen einen letzten Versuch wagen. In einer Rundmail bitten sie alle „Freunde der Fahrbereitschaft“, an Wirtschaftsstadträtin Birgit Monteiro (SPD) zu schreiben und ihr ins Gewissen zu reden. Man sei von dem Projekt überzeugt und wolle nicht aufgeben.

„Unser Ziel war immer, die Fahrbereitschaft zu einem funktionierenden Dorf weiterzuentwickeln, in dem Gewerbetreibende, Handwerker, junge und etablierte Unternehmen mit Künstlern gemeinsam produzieren und Projekte realisieren können. Diese Vision soll nun zunichte gemacht werden. Die Bezirksverwaltung von Lichtenberg vertut damit auch die Chance, unsere Sammlung, deren besondere Ausrichtung Sie in vielen Ausstellungen kennenlernen konnten, im Bezirk zu halten. Vor dem Runden Tisch möchten wir einen letzten Versuch unternehmen, um Senat und Bezirk doch noch umzustimmen. Deshalb bitten wir Sie, eine E-Mail an Frau Monteiro zu formulieren. Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bau-Bezirksstadträtin von Lichtenberg ist verantwortlich für die jetzige Situation. birgit.monteiro@lichtenberg.berlin.de

Ob Monteiro hier allein verantwortlich ist, ist allerdings fraglich. Das Gewerbeschutzgebiet wurde auch vom Senat beschlossen. Auch Haubroks selbst schreiben ja vom Senat. Und sie sagen: „Bereits im Vorfeld wurde vom Kultursenat signalisiert, dass bei uns kein Ausstellungsbetrieb mehr stattfinden darf.“

Wenn der Senat wollte, könnte er die Bezirkspolitik und Monteiro umstimmen. Es gibt viele viele andere Fälle, in denen die Bezirkspolitik oder eine Stadträtin nicht so viel Macht haben, über derartige Dinge alleine zu entscheiden. Warum sollte es hier so sein? Zu oft sagen Bezirkspolitiker*innen: Da können wir nichts machen, dass muss auf Senatsebene entschieden werden. Oder: Das hat der Senat so entschieden, das können wir nicht ändern. Daher ist es auch hier fraglich, ob Monteiro allein dafür verantwortlich gemacht werden kann, den Prozess aufzuhalten.

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